Feinkosthändler

Düsseldorfer Investoren übernehmen Schlemmermeyer

Die Düsseldorfer 12.18.-Unternehmensgruppe übernimmt Schlemmermeyer. Das Bild zeigt die 12.18-Geschäftsführer Kai Richter und Jörg Lindner.

Die Düsseldorfer 12.18.-Unternehmensgruppe übernimmt Schlemmermeyer. Das Bild zeigt die 12.18-Geschäftsführer Kai Richter und Jörg Lindner.

Foto: Robert Haas / obs/12.18.

Düsseldorf/München.  Feinkosthändler Schlemmermeyer ist gerettet. Die Düsseldorfer Unternehmensgruppe 12.18 hat große Pläne mit dem Traditionsunternehmen.

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Die Düsseldorfer Unternehmensgruppe 12.18 übernimmt den schwer angeschlagenen Münchener Feinkosthändler Schlemmermeyer. Alle noch verbliebenen 157 Mitarbeiter und 16 Filialen sollen bleiben. Die Investoren von der Königsallee haben ambitionierte Pläne.

Für den Delikatessenhändler sollen neue Vertriebswege gefunden werden – etwa im Onlinehandel, teilte 12.18 an diesem Montag (2. Dezember 2019) mit. Vorgesehen ist aber auch wieder eine Expansion im klassischen Filialgeschäft und über Grillwagen. Zudem sollen die Hotels und Gastro-Betriebe der 12.18-Gruppe mit Schlemmermeyer beliefert werden.

Hinter der Unternehmensgruppe 12.18 stehen die Düsseldorfer Geschäftsleute Kai Richter und der aus Hotel-Dynastie stammende Jörg Lindner. „Wir möchten das Unternehmen mit einem modernen Konzept zukunftsfähig machen“, sagt Richter über den Neuerwerb.

Keine Angaben zum Kaufpreis von Schlemmermeyer

Schlemmermeyer, 1975 mit Stammhaus auf dem Münchener Viktualienmarkt gegründet, hatte im Juni Insolvenz angemeldet. Seitdem waren mehrere Filialen geschlossen und Personal abgebaut worden (zum Beispiel in Krefeld). Mit den verbliebenen Standorten ist Schlemmeyer in den jeweiligen Standorten weiter publikumsnah vertreten (z. B. im Düsseldorfer Carschhaus, an der Hohen Straße in Köln oder in Berlin am Alexanderplatz). In Essen zog die Filiale nach Auslaufen des Mietvertrages von der Kettwiger Straße in der Innenstadt um in den Stadtteil Rüttenscheid. Noch in den 90-er Jahren hatte der Feinkosthändler bundesweit bis zu 60 Filialen gehabt.

Das Amtsgericht München habe am vergangenen Freitag der Übernahme von Schlemmermeyer zugestimmt, heißt es bei 12.18. Jetzt läuft eine 14-tägige Einspruchsfrist. Zum Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt. Laut Kai Richter, geschäftsführendem Gesellschafter von 12.18, passt der Neuerwerb mit seiner Feinkost bestens zur Unternehmensgruppe. Rund um Schloss Fleesensee an der Mecklenburgischen Seenplatte verfüge man heute bereits über eine eigene Landwirtschaft mit Angus-Rindern, einer Schar Araucana-Hühner, Obst- und Gemüseanbau etabliert.

Strategische Partnerschaft mit Luxushotelbetreiber Kempinski

12.18 hat sich auf Investments in der touristischen und gastronomischen Oberklasse spezialisiert. Zum Portefolio gehören Top-Hoteladressen wie das Hotel Stadt Hamburg auf Sylt oder eben das Flesensee. Nach eigenen Angaben verwaltet man Objekte mit einem Investmentvolumen von 485 Millionen Euro.

In diesem Jahr gab es wichtige Weichenstellungen: Im April hatte sich die Unternehmensgruppe an der Gastro & System GmbH des Münchener Szenewirts Marc Uebelherr beteiligt. Im Oktober gab man eine strategische Partnerschaft mit Europas ältestem Luxushotelbetreiber Kempinski bekannt. Bis zum Jahr 2022 sollen im Zuge eines Joint Ventures 20 neue Luxushotels entstehen.

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