Rheinbahn

Düsseldorfer Rat diskutiert Pannenserie bei der Rheinbahn

Nächste Hiobsbotschaft für die Düsseldorfer Rheinbahn: Dutzende der Straßenbahnen aus den 1980er und 1990er Jahren haben Risse. An 49 von 91 Bahnen seien die Schäden entdeckt worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Nächste Hiobsbotschaft für die Düsseldorfer Rheinbahn: Dutzende der Straßenbahnen aus den 1980er und 1990er Jahren haben Risse. An 49 von 91 Bahnen seien die Schäden entdeckt worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Foto: Martin Gerten

Düsseldorf.   Der Stadtrat beschäftigte sich mit der Pannenserie des Verkehrsunternehmens – kaputte und fehlgebaute Bahnen sowie zunehmende Fahrtausfälle.

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In der Chefetage der Rheinbahn dürfte derzeit Ausnahmezustand herrschen: Züge des neuen Prototyps sind falsch gebaut worden. Dutzende der Straßenbahnen haben Risse – hinzu kommen massenhaft Verspätungen. Die Fehlentwicklungen der Rheinbahn standen deshalb auch ganz oben auf der Tagesordnung der Ratssitzung am Donnerstag. „Warum wurde die Breite der Duisburger Bahnsteige nicht bei der millionenschweren Ausschreibung der neuen Bahnen berücksichtigt”, fragten Piraten-Ratspolitiker Frank Grenda und die Fraktion der Grünen. Die neuen Züge der Rheinbahn hatten in einem Duisburger U-Bahnhof Probleme bei der Einfahrt, weil die Wagen für die dortigen Bahnsteige zu breit gebaut worden waren. (NRZ berichtete).

Prototypen wurden falsch gebaut

Laut der Rheinbahn seien die Maße der Duisburger Bahnsteige im Vorfeld nicht nachgefragt und deshalb auch 2014 bei der Ausschreibung nicht berücksichtigt worden. Der Piratenpolitiker forderte deshalb Regressansprüche gegenüber der Rheinbahn, „schließlich handelt es sich bei den Investitionen um hohe zweistellige Millionenbeträge”, so Grenda. Regressansprüche schließt die Verwaltung aber aus: „Es handelt sich bisher nur um eine Testfahrt, die Schwierigkeiten werden zunächst erst einmal aufgeklärt”, so Stadtkämmerin Dorothée Schneider.

Derzeit untersucht man das Problem mit dem Fahrzeughersteller. Die Ergebnisse könnten Auswirkungen auf die Auslieferung der Fahrzeuge haben, weitere Kosten seien möglich, heißt es seitens der Rheinbahn. Dabei hatte man dort kürzlich noch versichert, es würde durch den Planungsfehler keine Einschränkungen geben. Bei der Aufklärung der Missstände bei der Rheinbahn will die Verwaltung ein genaues Auge auf die Untersuchung haben.

Fahrtausfälle nehmen stark zu

Probleme gibt es derzeit auch mit der Pünktlichkeit von Bussen und Stadtbahnen. So hatte die Fraktion der Linken angefragt, wie viele Fahrtausfälle- und verspätungen es bei der Rheinbahn seit 2015 gab. Der Düsseldorfer Fahrbetrieb gab zu verstehen, dass Ausfälle generell kaum zu vermeiden seien. Dennoch lässt sich aus den Daten der Jahre 2015 bis 2017 ein deutlicher Anstieg der Verspätungen und Ausfälle bei der Rheinbahn ablesen. Unterteilt werden diese unter anderem in technische und personelle Gründe: 2015 kam es zu 1915 Ausfällen aus personellen Gründen, im vergangenen Jahr waren es schon 5101 – deutlich mehr als doppelt so viel. Aus technischen Gründen gab es im Busverkehr innerhalb von zwei Jahren einen Anstieg der Ausfälle von 2100 auf 3433. Grünen-Fraktionschef Norbert Czerwinski fragte deshalb, „wie es innerhalb von zwei Jahren so starke technische Defizite bei den Bussen geben kann.”

Kritik gab es vor allem an den personellen Gründen für Fahrtausfälle. Die Rheinbahn begründet die Ausfälle unter anderem mit zunehmenden Langzeiterkrankungen und einem „ungewöhnlich hohen Krankenstand, der sich im Sommer mit der starken Hitzeperiode ergab”. Außerdem gebe es derzeit eine schwierige Situation am Arbeitsmarkt, welche insbesondere bei Subunternehmen zu Personalmangel führten.

Linke fordert bessere Verträge für Mitarbeiter

Bei der Fraktion der Linken macht man aber vor allem die Arbeitsbedingungen der Subunternehmen, die bei der Rheinbahn zum Einsatz kommen, für die steigende Zahl der Fahrtausfälle und den Personalmangel mitverantwortlich: „Es mag eine zunehmend schwierige Situation am Arbeitsmarkt geben, das liegt aber auch an der schlechten Bezahlung der Subunternehmer, wo zu niedrigen Löhnen kaum jemand arbeiten will. Die Rheinbahn sollte weniger auf Subunternehmer und mehr auf ordentliche Arbeitsverträge setzen”, so Lutz Pfundner, Fraktionssprecher der Linken im Stadtrat.

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