Der Wassertest

Echt sauber !

Foto: NRZ

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Die Wasserqualität an den niederrheinischen Badeseen ist ausgezeichnet. Solange keine Gänse im Anflug sind

Am Niederrhein. Die gute Nachricht: An allen niederrheinischen Badegewässern ist die Wasserqualität im Moment gut bis ausgezeichnet. Die schlechte: Das gilt aber nur, solange die Kanadagänse nicht wieder in Scharen einfallen und mit ihrem Kot die Ufer verunreinigen. In Duisburg mussten im vergangenen Jahr bekanntlich mehrere Wasserspielplätze an der Wedau und am Uettelsheimer See in Rheinhausen geschlossen werden. Besonders stark war allerdings der Elfrather See in Krefeld betroffen. Dort mussten zeitweilig aus hygienischen Gründen sogar Badeverbote ausgesprochen werden.

Verunreinigungen am Ufer

Angelika Peters, Sprecherin der Stadt Krefeld, erklärt: „Die Badegäste hatten im vergangenen Sommer den Kot der Tiere mit ihren Schuhen ins Wasser getragen und damit für die Verunreinigung gesorgt. In diesem Jahr ist das Problem längst noch nicht so ausgeprägt. Die Wasserqualität ist im Moment sogar sehr gut.” Ob das über den Sommer so bleibt, kann aber auch die Stadtsprecherin nicht versprechen. Zwar wurden Jäger losgeschickt, doch die konnten nur einige Dutzend Vögel erlegen. Auch Flatterbänder, Netze und mobile Wände halfen bisher wenig. Vielleicht greigen die Krefelder auch auf eine Düsseldorfer Idee zurück: Über dem Unterbacher See kreist ein Bussard, der die Gänse verjagt.

Untypisch waren im vergangen Jahr auch die Werte für den Waldsee in Uerdingen, den die Schwimmer von Bayer betreuen. „Der hat für seine Verhältnisse 2008 überdurchschnittlich schlechte Werte erreicht”, betont Angelika Peters.

Wieder auf dem Weg der Besserung befindet sich dagegen die Wasserqualität im Bettenkamper Meer in Moers. Auch dort musste in der Vergangenheit mehrfach das Baden unter-sagt werden. Ursache für die Verschmutzungen sei ein Starkregen gewesen, der dafür gesorgt habe, das verschmutztes Oberflächenwasser über den Aubruchgraben ins Bettenkamper Meer gelangte, erklärt Heinz Hornung von den Sport- und Bäderbetrieben in Moers. Hinzu kamen Einleitungen aus einem Viehbetrieb, die der Kreis Wesel inzwischen aber untersagt hat. „Mittlerweile kann man aber wieder unbesorgt im Bettenkamper Meer schwimmen”, versichert Hornung. Die gemessenen Werte waren Ende April unter dem Limit, das die neue Richtlinie der Europäischen Union für Badegewässer von ausgezeichneter Qualitärt ansetzt.

Davon war in der Verganegenheit auch das Millinger Meer bei Rees weit entfernt. Offensichtlich wurde dort Gülle eingeleitet. „Die Verunreinigungen entstanden durch nicht genehmigte Einleitungen”, erklärt Heinz Streuff, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt Rees. Seitdem die verwaltung dort genauer hinschaut, sind auch In Millingen die Werte wieder im grünen bzw. im blauen Bereich, mit dem die EU optimale Wasserqualität symbolisiert.

Wisseler See ist der sauberste

Der sauberste See am Niederrhein ist übrigens der Wisseler See in Kalkar. Bei den letzten Messungen im April wurden dort keine „Enterococcen”-Bakterien (siehe Box) festgestellt und auch nur geringe Mengen an Koli-Bakterien. Dafür konnten die Prüfer vom Gesundheitsamt des Kreises Kleve satte 2,9 Meter tief sehen. So tief wie nirgendwo sonst am Niederrhein.

Überdurchschnittlich gute Werte erzielten aber auch der Tenderingssee im „Bermuda-Dreieck” zwischen Dinslaken, Vierde und Hünxe, sowie das Freibad am Wolfsee in Duisburg (Sechs-Seen-Platte) und der Freizeitsee in Alpen-Menzeklen.

Sauber sind sie also alle, die Badeseen Niederrhein. Doch trotzdem treibt es im Moment die Badegäste nur vereinzelt hinein. Mit einer Durchschnittstemperatur von knapp über 15 Grad sind die meisten Gewässer noch erfrischend kühl. Es fehlen also noch ein paar richtig heiße Frühlingstage, bevor endlich losgeplanscht werden kann...

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