Am Niederrhein.

Ein Gebäck zu Ehren des heiligen Bischofs

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Am Niederrhein.  Heute ist es ein typisches, meist industriell gefertigtes Weihnachtsgebäck: Spekulatius. Doch wo stammt das Gewürzgebäck her? Und warum wird es im Advent verzehrt? Die Ursprünge des Mürbeteiggebäcks, das mit Gewürzen wie Kardamom, Gewürznelke und Zimt verfeinert wird, liegen in der Region. Spekulatius stammt aus den Niederlanden und Belgien und schaffte es von dort an den Niederrhein, ins Rheinland und nach Westfalen. Das Gewürzgebäck gab es bereits im 18. Jahrhundert. Das einst sehr kostspielige Gewürzgebäck wurde traditionell am 6. Dezember, dem Nikolaustag, in Klöstern zu Ehren des heiligen Bischofs von Myra, dem Heiligen Nikolaus, gebacken.

Auch eine Deutung des Wortursprungs führt zum Nikolaus: „Der Begriff leitet sich wahrscheinlich von speculator ab, übersetzt Aufseher – was der lateinischen Bezeichnung für Bischopf entspricht“, erklärt Volkskundlerin Gabi Grimm-Piecha aus Krefeld. Bischof war in den Niederlanden auch ein Beiname für den Heiligen Nikolaus. „Das Gebäck wurde früher am Nikolaustag an Kinder geschenkt, das es wegen der teuren Gewürze, die im Spekulatius enthalten waren, etwas ganz besonderes war“, so die Volkskundlerin.

Gebacken wurde es in von Hand geschnitzten Holzmodeln, Hohlformen in die spiegelverkehrt häufig als Motiv die Nikolausgeschichte geschnitzt wurde. Auch am Niederrhein gab es zahlreiche Modelschnitzer. Einer von ihnen war auch Gerhard Janssen, 1872 Firmengründer der Niederrheinischen Formenfabrik Gerh. Janssen & Sohn aus Krefeld. Er zog zum Beispiel noch „von Bäckerei zu Bäckerei und von Bauernhof zu Bauernhof, wo man zu dieser Zeit Spekulatius gebacken hat und verkaufte seine handgeschnitzten Holzformen“, ist auf der Internetseite der Firma zu lesen.

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