Unterwegs in der Hoge Veluwe

Eine etwas andere „Big-Five“-Safari im Nationalpark

Der König des Nationalparks – bald röhrt er wieder...

Der König des Nationalparks – bald röhrt er wieder...

Foto: Nationaal Park de Hoge Veluwe

Otterlo (NL).  Wir haben unsere „Big Five“ gesehen – im Nationalpark Hoge Veluwe, Otterlo. Und eine Reise zum Mittelpunkt der Erde ist da auch möglich.

Und dann ist es doch noch passiert. Ganz zum Schluss, als wir gar nicht mehr damit rechneten: Wir haben unsere „Big Five“ bekommen, unsere „Großen Fünf“. Gerade ‘mal eine kleine Autostunde vom Niederrhein weg – im Nationalpark De Hoge Veluwe…

Der liegt bekanntermaßen nicht in Südafrika sondern in den Niederlanden bei Arnheim – und deshalb sind die niederländischen „die-fünf-musst-du-unbedingt-gesehen-haben-Tiere“ nicht Elefant, Nashorn, Löwe, Büffel und Leopard sondern ganz klar nur vier: Rothirsch, Wildschwein, Mufflon und Reh. Aber es kann auch ganz anders kommen...

1.

52° 6’ 3’’ N, 5° 38’ 46’’ O

Das hatten wir nicht erwartet – und, zugegeben, dieser Ort liegt nicht mehr direkt im Nationalpark – aber ganz nah dran, beim Örtchen Ede, ein paar Kilometer entfernt vom Park-Eingang Otterlo. Ein kleiner unscheinbarer sandiger Hügel mit Bäumen drumherum, nördlich von Ede, genauer: bei Lunteren.

Ein grauer, knubbeliger Findling mit Gravur zeigt, an welch besonderem Ort man sich befindet: Middelpunt van Nederland hat jemand formschön in den Stein gehauen. Nun ist das mit dem Errechnen geografischer Mittelpunkte so eine Sache – aber, eindeutig, ein mystischer Ort.

2. Reise zum Mittelpunkt der Erde

Museonder haben die Niederländer es genannt, das erste unterirdische Museum der Welt. Findet sich gleich beim nigelnagelneuen Besucherzentrum, das kein geringerer als König Willem-Alexander gerade eben eröffnet hat. Schritt für Schritt geht es tief in den Untergrund, vorbei am Wurzelsystem eines 135 Jahre alten Baumes, durch dunkle Erdgänge zu geheimnisvollen Steinen, die bei Berührung Geschichten erzählen.

Darüber hinaus kann man uralte Tierknochen bestaunen. Wesen, die lange ausgestorben sind, jedoch zu früheren Zeiten einmal in dem Gebiet lebten, das heute Nationalpark De Hoge Veluwe heißt.

3.

Blauflügelige Ödlandschrecke

Okay, geschummelt. Die haben wir nicht entdeckt. Diese Heuschrecke hält sich gern in den Sanddünen, im Flugsand und in Heidefeldern auf – nun, da muss man dann vielleicht doch einen Guide buchen oder an einer geführten Safari teilnehmen.

https://www.hogeveluwe.nl/de

Aber wir haben beim Lauern auf die Schrecke etwas anderes entdeckt, unseren dritten Hit: die Natur. Weil: Wir haben die Bäume wispern hören und das Gras rascheln, wir haben den Wind singen erlebt und das stete Hämmern eines Spechtes. 100 Brutvogelarten leben hier. Man muss nur zuhören lernen...

https://www.visitveluwe.de/

4. Meneer Jacques

Wie oft mag der kleine freundliche Herr am Weg zum Kröller Müller- Museum wohl schon fotografiert worden sein? Die Skulptur von Oswald Wenckebach ist eine wundervolle Einstimmung auf die Kunst, die dann kommt. Van Gogh, natürlich. Aber auch Rodin, Moore, Picasso...

5. … und dann das:

Unser letzter „Big Five“ kam plötzlich, leise, völlig unspektakulär – und doch so erhaben. Ein Reh. Ganz, ganz nah. Völlig unbeeindruckt von uns knabberte es an einem grünen Zweig und verzog sich dann wieder. Still und schön. – Wir haben unsere „Big Five“ gefunden.

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