Trockenheit

Flächenbrände halten Feuerwehren in NRW in Atem

Feuerwehrleute beim Löschen eines Bahndamms: Die derzeitige Witterung begünstigt Flächenbrände

Feuerwehrleute beim Löschen eines Bahndamms: Die derzeitige Witterung begünstigt Flächenbrände

Foto: Feuerwehr Bottrop

An Rhein und Ruhr.  Brennende Felder, Hecken und Bahndämme fordern die Einsatzkräfte in diesen Tagen. Gerade auch vom Niederrhein werden Flächenbrände gemeldet.

Ein brennender Bahndamm in Mönchengladbach, in Bottrop hatte es die Feuerwehr mit 10.000 Quadratmetern kokelndem Buschwerk zu tun – und in Goch stand ein ganzes Getreidefeld in Flammen: Die aktuelle Witterung sorgt nicht nur für erhöhte Waldbrandgefahr, vermehrt halten in diesen Tagen auch Flächenbrände die Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen in Atem.

„Solche Feuer können sich unheimlich schnell ausbreiten“, warnt Torsten Matenaers von der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Goch. Trockenes Getreide, braune Wiesen oder dürres Buschwerk: „Das brennt wie Zunder, und der Wind facht das dann noch an“, erklärte Matenaers an diesem Dienstag (2. Juli 2019) im Gespräch mit der Redaktion. Beim Brand des 12.000 Quadratmeter großen Getreidefeldes am Tag zuvor war die Gocher Feuerwehr mit gut 40 Kräften im Einsatz gewesen.

Eindringlicher Appell an die Bürger

In Goch war es bereits der vierte Flächenbrand seit Samstag. Zum Wesen solcher Feuer gehört es, dass sie häufig abseits leicht erreichbarer Löschwasservorräte brennen. Die Feuerwehr Goch hat deshalb in allen Gerätehäusern gutgefüllte Tankfahrzeuge stehen und rückt damit aus: „Schnelligkeit ist bei der Bekämpfung von Flächenbränden wichtig“, betont Matenaers.

Richtiges Verhalten bei Waldbrandgefahr

Gemeldet wurden Flächenbrände in den vergangenen Tagen u.a. auch aus Alpen, Xanten, Hattingen, Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis und Nideggen in der Eifel. Solche Feuer haben mitunter mit heißgelaufenen Mähmaschinen zu tun, sehr häufig aber auch mit Unvernunft – etwa in Form achtlos weggeworfener Zigarettenkippen oder durch Sorglosigkeit beim Abflämmen von Unkraut. Solange die derzeitige Witterung anhält und es nicht kräftig regnet, mahnen die Feuerwehren eindringlich zu besonderer Vorsicht.

Noch nie war ein Juni so trocken

Landwirte: „Wir brauchen dringend Regen“

Den Bauern sind derzeitigen Risiken bewusst, sagte eine Sprecherin des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV). In der Landwirtschaft sieht man die derzeitige Wetterlage mit wachsender Sorge. In NRW sei es in den vergangenen 38 Jahren noch nie so trocken wie derzeit gewesen, so die RLV-Sprecherin, die auf Messungen des Deutschen Wetterdienstes verwies. Demnach liegt der Wassergehalt in den oberen Bodenschichten (bis 60 cm Tiefe) lnur bei 30 bis 50 %. Am Niederrhein mit seinen sandigen Böden sei die Lage dramatischer: Dort liege der Anteil des das pflanzenverfügbaren Wassers unter 30 %. „Es ist dringend Regen nötig“, meinte die Sprecherin der Rheinischen Bauern. Die Getreidebestände hätten sich zwar gut entwickelt und werden derzeit geerntet. Die Landwirte fürchten aber, dass andere Ackerfrüchte Schaden nehmen könnten: „Wir bleiben in Beobachtungsstellung“.

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