Bankraub 4.0

Geldautomat in Mensa der Uni Wuppertal gesprengt

Völlig verwüstet: der Vorraum der Sparkasse  in Simmerrath bei Aachen nach der Explosion des Geldautomatens in der Nacht zu Montag.

Völlig verwüstet: der Vorraum der Sparkasse in Simmerrath bei Aachen nach der Explosion des Geldautomatens in der Nacht zu Montag.

Foto: Polizei Aachen

Wuppertal/Städteregion Aachen.  Ein Automat in einer Sparkasse bei Aachen flog auch in die Luft. Landeskriminalamt NRW zählt im Jahr 2019 schon wieder 26 Automatensprengungen.

In der Nacht zu diesem Montag (15. April) sind in Nordrhein-Westfalen gleich zwei Geldautomaten in die Luft geflogen. In Simmerath bei Aachen sprengten Unbekannte einen Automaten im Vorraum einer Sparkasse und richteten schweren Schaden an. In Wuppertal wurde ein Automat in der Mensa der Universität zur Explosion gebracht.

In Simmerath hatte ein Wachmann noch gegen 2.30 Uhr über eine Überwachungsanlage gesehen, wie sich ein Täter an dem Automaten zu schaffen machte. Unmittelbar danach erfolgte die Explosion. Nach ersten Ermittlungen flüchteten die Kriminellen ohne Beute. Und in Wuppertal war laut Polizei zunächst nicht klar, ob die Täter etwas erbeuten konnten. Die Explosion dort hatte gegen 1.40 Uhr einen Brandalarm ausgelöst. Die herbeigeeilten Einsatzkräfte entdeckten vor Ort den brennenden Geldautomaten.

13 Taten blieben im Versuch stecken

Geldautomatensprenger sind damit in Nordrhein-Westfalen weiterhin stark aktiv. Die beiden aktuellen Taten markieren laut einer Statistik des Landeskriminalamtes (LKA) die Vorfälle Nr. 25 und Nr. 26 im laufenden Jahr. Insgesamt 13 Taten waren im Versuch steckengeblieben. Vor genau einem Jahr war in der Nacht zum 15. April ein Geldautomat bei einer Deutschen Bank in Neuss-Norff in die Luft geflogen. Im Jahr 2018 waren es ähnlich viele. Da zählte das LKA bis Mitte April 28 Automatensprengungen (davon zwölf Versuche).

In der Rhein-Ruhr-Region gab es im laufenden Jahr Sprengungen u. a. in Mülheim, Essen, Grevenbroich, Dortmund, Herne und dem Kreis Mettmann. Hinter einem Großteil der Taten vermuten Ermittler kriminelle Banden aus den Niederlanden. In der Nacht zu Freitag (12. April) waren in Heiligenhaus zwei Männer festgenommen worden, als sie einen Geldautomaten sprengen wollten. Zwei Komplizen wurden wenig später verhaftet.

Alle vier Männer in U-Haft

Alle vier Männer (19 bis 22 Jahre) seien am Wochenende einem Haftrichter vorgeführt worden, der Untersuchungshaft angeordnet habe, berichtete ein LKA-Sprecher jetzt auf Nachfrage. Die Wohnungen der Männer in den Niederlanden wurden durchsucht. Die Ermittler sind zuversichtlich, dass sie der Bande mindestens acht Automatensprengungen zuordnen können.

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