Feuer

Großbrand in Mönchengladbach - Hitze setzte Autos in Brand

Helle Flammen schlagen aus einem Gebäudekomplex im Stadtteil Eicken.

Helle Flammen schlagen aus einem Gebäudekomplex im Stadtteil Eicken.

Foto: Sascha Rixkens/dpa

Mönchengladbach.  Der Brand in einer Schreinerei hat Großalarm in Mönchengladbach ausgelöst. Das Feuer zerstörte einen Komplex mit mehr als zehn Betrieben.

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Der Brand in einer Schreinerei in Mönchengladbach hat am frühen Mittwochmorgen einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Die Feuerwehr hatte ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude zum Teil verhindern und ein Fahrradgeschäft retten können, teilte ihr Sprecher am Mittwoch mit. Der Komplex im Stadtteil Eicken, in dem zehn Betriebe untergebracht sind, brannte jedoch komplett nieder. Die Feuerwehr warnte auch am Mittwochnachmittag noch vor der Rauchentwicklung und war auch noch am Donnerstagmorgen mit Löscharbeiten beschäftigt.

Da der Rauch nicht gerade nach oben steigt, sondern flach über die dicht bewohnte Gegend zieht, sollten Anwohner Fenster und Türen möglichst geschlossen halten. Am Mittag hatte sich die Lage weiter verschlechtert, sagte ein Feuerwehrsprecher auf Nachfrage: "Durch einsetzenden Regen verteilt sich der Qualm jetzt in den Straßen. Die starke Rauchentwicklung behindere die Sicht und sorgt immer wieder für kurzzeitigen Rückzug aus den Abschnitten."

Zehn Menschen mussten von dem Gelände evakuiert werden, teilte die Feuerwehr Mönchengladbach mit. Direkte Anwohner wurden in einem Bus untergebracht und versorgt. Die Feuerwehr war zeitweise mit 140 Kräften im Einsatz, sagte ein Sprecher am Vormittag, am Mittag seien es etwa 120 gewesen, sagte der Sprecher: "Wir haben bereits einige der Kräfte abgewechselt".

Löscharbeiten noch bis in den Donnerstag hinein

Die Feuerwehr riet Autofahrern, den Stadtteil zu meiden. Die Löscharbeiten werden laut Auskunft der Feuerwehr noch bis Donnerstag andauern." Die Brandbekämpfung wird mit Sicherheit noch den morgigen Tag in Anspruch nehmen, zumal in der Nacht kurzfristig nur Sicherungsarbeiten gemacht werden können, um keine Einsatzkräfte durch herabfallende Dachkonstruktionen zu gefährden", so Feuerwehr-Einsatzleiter Jörg Lampe.

Erst nach Abschluss der Löscharbeiten können die Brandermittler der Polizei ihre Arbeit beginnen, so ein Polizeisprecher. Deshalb gibt es zunächst weder Details zu einer möglichen Brandursache noch zur Schadenshöhe.

Feuerwehr entwarnt: "Keine Gefahren für Menschen, Tiere und Umwelt"

Das Feuer war um 4.11 Uhr gemeldet worden. Als die ersten Einsatzkräfte vor Ort waren, hätten große Teile der Gebäude lichterloh gebrannt. Gegen 8.30 Uhr meldete die Feuerwehr, man habe das Feuer "unter Kontrolle". Eine Halle der Schreinerei stürzte durch das Feuer ein. Ein Ausbreiten des Feuers auf weitere Gebäude habe verhindert werden können. Mit schwerem Räumgerät werden jetzt die instabilen Außenwände eingerissen, damit die Einsatzkräfte Zugang zu den unzugänglichen Bereichen erhalten und Glutnester löschen können.

Der letzte, durch Riegelstellung geschützte Brandabschnitt, konnte laut Feuerwehr bis auf einen Verkaufsraum nicht gehalten werden und wurde ebenfalls Opfer der Flammen. Zahlreiche Fachleute begutachteten die Einsatzstelle hinsichtlich der Löschwasserverwertung, Baustatik und Freisetzung von Gefahrstoffen. "Derzeit bestehen keine Gefahren für Menschen, Tiere und Umwelt", so der Leiter der Mönchengladbacher Feuerwehr.

Hitze setzte sogar Autos in Brand

Die Hitzeentwicklung war so stark, dass zehn Anwohner aus umliegenden Gebäuden vorübergehend ihre Wohnungen verlassen mussten: Fensterrahmen aus Kunststoff schmolzen und Scheiben zersprangen. Geparkte Autos gerieten durch die starke Hitze in Brand. An einem Haus glühte die Metallverkleidung.

Anwohner im Bereich Neuwerk, Eicken und Mönchengladbach-Innenstadt sollten auch Nachmittag weiterhin Fenster und Türen geschlossen halten und auf aktuelle Warnmeldungen der Feuerwehr über Radio und die Warnapp NINA achten, rät die Feuerwehr.

Auch am Donnerstag gingen die Löscharbeiten weiter. Die Feuerwehr war bemüht, Glutnester zu erreichen. Bei der Polizei liefen unterdessen die Vorbereitungen zur Ermittlung der Brandursache. "Wir gehen erst auf das Gelände, wenn das Feuer aus ist", sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Bei den Ermittlungen werde auch ein externe Brandsachverständiger mit einbezogen, hieß es. Zur Frage der Ursache des Feuers mochte man sich am Donnerstag bei der Polizei noch nicht äußern. (ik/dae/mawo)

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