Bauernhofcafes

„Hereinspaziert“ hilft und sagt „Danke schön“!

Foto: wasch

Am Niederrhein..   „Hereinspaziert – die schönsten Bauernhofcafes am Niederrhein“ – Viermal konnten wir die stolze Summe von 2833 Euro ausschütten.

Wir haben einen guten Tag erwischt. Fabian, fast 9 Jahre alt, ist locker drauf und grinst und gluckst fröhlich, als wir ihn besuchen. Der kleine Mann liegt auf einem großen, weichen Sitzkissen und „isst“ gerade – per Magensonde. Alleine essen kann Fabian nicht. Der Junge ist von Geburt an schwerstbehindert, er kann nicht sitzen, nicht gehen, nicht essen, nicht sprechen – und seine Eltern wissen, dass auch seine Lebenszeit begrenzt ist.

„Fabians Zwillingsbruder Fynn ist vollkommen gesund“, erzählt Mutter Tanja Biella. Schwester Lisa (10 Jahre) auch. Ein paar Tage vor der Geburt hat Fabian zu wenig Sauerstoff bekommen, das Gehirn wurde geschädigt. Als Fabian etwa anderthalb Jahre alt war, hatten die Eltern die schreckliche Gewissheit: Fabian entwickelt sich nicht zögerlich, er wird immer auf dem Stand eines Säuglings bleiben.

Hilfe für Eltern, die schwerstkranke Kinder mit einer geringen Lebenserwartung betreuen

Das bringt viele Sorgen und Ängste aber auch ganz praktische Probleme mit sich: Was zahlt die Krankenkasse und was nicht? Wie lässt sich ein 24-Stunden-Pflege-Dienst organisieren? Was muss man tun, wenn ein epileptischer Anfall Fabian attackiert? Wie geht man mit den Geschwisterkindern um? Tanja Biella und ihr Mann Michael haben 2011 einen Verein gegründet, der betroffenen Eltern genau die Hilfestellungen geben möchte, die sie sich zum Teil mühsam zusammensuchen mussten: „Löwenzahn und Pusteblume“. Löwenzahn weil, „der so tief und fest verwurzelt ist - und Eltern gerade diese Kraft und diesen Halt auch brauchen. Und Pusteblume weil es irgendwann gilt, los- und die Schirmchen fliegen zu lassen.“

Sylvie -Anne Valambert nickt und sagt dann: „Das ist eine gute Sache, dass wir hier ein wenig helfen können!“

Das ist es!

Und es ist möglich, weil Sie, liebe Leserinnen und Leser, uns dabei kräftig geholfen haben!

„Hereinspaziert“ ist unser beliebter Bauernhofcafe-Führer vom Niederrhein

Und Sie sind nicht allein: Mit unterstützt haben uns der Klartext-Verlag in Essen und viele Bauernhofcafés und Bauernmarktbetreiber vom Niederrhein: „Hereinspaziert“ heißt unser jährlicher Evergreen. Ein kleines Büchlein, in dem wir von der Niederrheinredaktion einen kleinen Bummel durch die Bauernhof-, Landcafés und Regionalmärkte der Region machen und Sie mit einer Gutscheinregelung einladen, das auch zu tun.

Pro verkauftem Büchlein werden 1,50 Euro für den guten Zweck abgezwackt – und so konnten wir nun aus dem Verkauf des „Hereinspaziert 2016“ stolze 11.332 Euro ausschütten.

Die Summe haben wir unter vier Einrichtungen aufgeteilt: Je 2833 Euro bekamen der Verein „Löwenzahn und Pusteblume“ in Wesel, der Elterninitiativ-Kindergarten Kieselstein in Weeze-Wemb, die Kindertagesstätten Wurzelwerk und in Kalkar und der Verein pro Jugend e.V. in Voerde.

1,50 Euro je verkauftem „Hereinspaziert“ wird gespendet

„Löwenzahn und Pusteblume“ betreut zur Zeit etwa 20 Familien, die ein Kind mit einer lebensverkürzenden Erkrankung pflegen.

65 Mitglieder ist der Verein stark. Finanziert werden über die Vereinsarbeit u.a. Behandlungen oder Anschaffungen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden (wie zum Beispiel ein Regenverdeck für den Rolli), Aktivitäten für betroffene Kinder, Herzenswünsche, Hilfen für Eltern und Geschwister, professionelle Trauerbegleitung oder einfach einmal gemeinsame Ausflüge.

„Ich möchte mich sehr herzlich bei allen bedanken, die diese Spende möglich gemacht haben“, sagt Tanja Biella. „Wir planen im nächsten Jahr wieder einen gemeinsamen Ausflug aller betroffenen Eltern – da wird ganz sicher ein Teil des Geldes hineinfließen können.“

Stellvertretend für die Bauernhofcafés und Bauernmärkte rund um Wesel haben den großen Scheck bei Familie Biella mit überreicht: Sylvie-Anne Valambert und Reinhard Pohle vom „Le Café Créme“ in Dingden und Bernd Gerwers vom „Gerwershof“ in Hamminkeln.

„Es tut gut zu sehen, was mit diesem Geld getan werden kann“, so Bernd Gerwers. „Da macht es doch gleich doppelt so viel Spaß, die Gäste mit Kaffee und Kuchen zu verwöhnen.“

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