Extra Drei

Der Esel ist in aller Munde

Peter Toussaint
 Peter Toussaint  

Peter Toussaint Peter Toussaint  

Wesel widmet ihm eine Ampel, bei der Mehrwertsteuer ist er wiedermal ein Thema, und der Streit um ein gebissenes Auto geht gerade zu Ende.

Dass Wesel den Esel mit einer Ampel ehren will, ist alles andere als eine Eselei. Schließlich verhilft das Tier der Stadt zu großer Popularität. So habe ich bereits als Kind in den 60er-Jahren von der Existenz dieser Stadt erfahren – ohne auch nur eine vage Ahnung davon zu haben, wo dieses Wesel eigentlich liegt. In den Ferien in der Schweiz haben die Großen es uns vorgemacht. Man stellt sich in eine Felsschlucht, brüllt laut die Frage: „Wie heißt der Bürgermeister von Wesel?“ – und bekommt vom hilfsbereiten Gestein sogleich die Antwort entgegengeschleudert: „Esel.“

Zu Unrecht ist der Esel in unserem Straßenbild selten geworden. Da tut ihm etwas Popularität gut. Und die bekommt er derzeit. Gestern berichtete die Deutsche Presse-Agentur, dass der Besitzer des Esels, der in ein möhrenfarbenes und möhrenförmiges Sportauto gebissen hatte, nun nicht die zweite gerichtliche Instanz bemüht und dem Autofahrer den entstandenen Lackschaden ersetzt. Und kaum ein Bericht zum 50. Geburtstag der Mehrwertsteuer kommt in diesen Tagen ohne die Pointe aus, dass beim Kauf eines Esels 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden, während ein Maultier wegen der Verwandtschaft mit dem Pferd nur mit sieben Prozent belastet wird. Und das ist nun wirklich eine Eselei!

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