Extra 3

Der tiefere Sinn der Fliege

Die Stubenfliege ist Weltmeisterin im Hausfriedensbruch.

Foto: imago

Die Stubenfliege ist Weltmeisterin im Hausfriedensbruch. Foto: imago

Der Spätsommer hat mehr zu bieten als Wespen auf Pflaumenkuchen: Auch die Stubenfliege schwärmt für Menschen und wird immer anhänglicher.

Spätsommer ist schön, bringt aber Flugverkehr ins Haus. Überall wird gefuchtelt und geflucht: Die Fliegen sind los! Das kommt in den besten Sommern vor. Doch die Fliege 2017 übertreibt, wie unsere ganze Welt. Smartphones denken, Staatsoberhäupter spinnen und Fliegen können auf einmal... fliegen! Das gute alte Stuben-Modell war ein bräsiger Brummer, der drinnen stur gegen Scheiben dubste. Wenn man ihm barmherzig das Fenster öffnete, blötschte er trotzig gegen den Rahmen.

Die aktuelle Fliegengeneration ist dünn und wendig. Die Evolution hat in die Hände gespuckt und das Prinzip des Lästigseins perfektioniert. Die Fliege schwingt sich auf zum Haustier, sie fliegt - auf uns. Sie umkreist Nasen, landet in Ohren, schlägt höhnische Haken, ist flinker als die Fliegenklatsche, schneller als eine zusammengerollte NRZ, sie ist nicht kaputtzukriegen, fast wie die FDP.

Selbst nicht-philosophischen Menschen schwirrt im Luftkampf das Hirn und sie stellen sich die Sinnfrage: Warum gibt es Fliegen?

Da sind sich Theologen und Biologen einig. Jedes Tier ist wertvoll. Und wenn es uns nur daran erinnert, dass es früher dieses flauschige, zurückhaltende Insekt gab, das nicht auf Menschen rumsaß, sondern draußen, auf Blümchen, hieß Maja oder so...

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