Extra Drei

Die irre Hausfreundin

Die Zukunft gehört der künstlichen Intelligenz. Wie Alexa, der sprechenden Dose. Aber wehe, wenn sie mal ausflippt...

Also, ich käme zunächst nicht auf die Idee, mir eine sprechende Plastikdose in die Wohnung zu holen. Bekannte von uns sind da anders, ja geradezu verliebt in Alexa mit der sanften Stimme. Die digitale Alleskönnerin, die auf Zuruf antwortet, ist der letzte Schrei für Menschen, die nicht mal mehr Lust haben, den Wetterbericht zu googeln oder im Radio einen Sender zu suchen. „Alexa, spiel Rock Classics“, ruft der Hausherr in den Raum, und schon donnert „Deep Purple“ durch selbigen. „Alexa, wie wird das Wetter morgen“, und schwupp: „Regnerisch, kühl“, säuselt Alexa vom Sideboard.

Ich bleibe unbeeindruckt, aber mein Mann gerät in Spiellaune: „Alexa, wie hat sich gestern der SC Alstertal-Langenhorn gegen den TSV Tempelhof-Mariendorf geschlagen?“ Alexa schweigt betreten. „Alexa, ist die Brücke über die Almbachklamm wieder geöffnet?“ „Pfffft“, sagt Alexa beleidigt.

Fragen wie diese müssen es gewesen sein, die bei so mancher Alexa den Lötzinn im Platinengehirn zum Schmelzen gebracht haben. In den USA hat Alexa ihre Besitzer das Gruseln gelehrt, indem sie unvermittelt – gerne auch mal in der ersten Tiefschlafphase – in unkontrolliertes Gekicher ausgebrochen ist. Man will die irren Alexas nun updaten.

Dabei ist die nächste Generation längst in der Mache, glaube ich der Werbung, die ich neulich im Briefkasten hatte: Alexa, die sprechende Alarmanlage. Wenn das mal eine gute Idee ist...

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik