Extra Drei

Die Rückkehr des Ringelshirts

Die Mode ist eine launische Angelegenheit. Jahrzehntelang fand man Ringelshirts allenfalls im Karnevalskoffer. Jetzt sind sie wieder überall.

Frau trägt wieder Ringe – am Körper. Herzogin Kate hüpfte auf Deutschlandbesuch im türkis-weißen Ringel-Shirt in ein Ruderboot, die Kolleginnen kamen grün-weiß oder blau-weiß gestreift ins Büro. Modezeitschriften kürten das Ringel-Shirt zum unverzichtbaren Sommeraccessoire.

Dabei heißt das Ringelshirt eigentlich Bretonen-Shirt und ist ein echter Klassiker, wenn auch lange verkannt. Denn bis neulich dienten Ringelshirts allenfalls als Karnevalskostüm für einfallslose Clowns, Matrosen oder Ganoven.

In diesem Sommer steht es nun, kombiniert mit Jeans und Ballerinas, für die sportive Eleganz der Französinnen. Was daran stimmt ist, dass das Streifenshirt in Frankreich erfunden wurde. Ab 1858 bekamen Marine-Soldaten in der Bretagne das Shirt in blau-weißen Streifen als neue Uniform. Sie verbreiteten es in der Welt, Coco Chanel nahm es in ihre Kollektion auf, Audrey Hepburn, Picasso und Brigitte Bardot trugen es.

Jetzt ist es also wieder da. Auch ich habe eines mit original 21 Streifen, meine Mutter hat sich eines gekauft und neulich habe ich ein Baby im Ringellook gesehen – eigentlich Indiz dafür, dass das Bretonen-Shirt seine beste Zeit schon wieder hinter sich hat. Freuen wir uns im nächsten Jahr auf die Rückkehr – der Holzfällerhemden mit Karomuster.

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