Extra Drei

Enttäuschung beherrscht das Konferenz-Ende

 

Foto: Thomas Plaßmann

  Foto: Thomas Plaßmann

Journalisten schreiben nicht nur viel – sie reden auch oft. Besonders in Konferenzen. Meistens mit gutem Ergebnis für alle.

Journalisten schreiben nicht nur schöne Artikel. Sie reden auch viel, und manchmal hören sie sogar zu. Zum Beispiel in der Redaktionskonferenz. Da wird dann über Themen und Kommentare diskutiert und darüber gestritten, was in die Zeitung kommt – und was keinen Platz hat. Erfolgreich ist eine solche Konferenz dann, wenn am Ende eine gute Zeitung herauskommt. Das entscheiden am nächsten Morgen die Leserinnen und Leser.

Wenn man im Essener Zeitungshaus auf dem Weg zur NRZ sportlich die Treppe in den vierten Stock steigt, kommt man in der zweiten Etage am alten Konferenzraum einer befreundeten Ruhrgebietszeitung vorbei. Die ist ausgezogen. Aber an der Wand vor der Tür hängt noch immer schön gerahmt eine Zeitungsseite, die jemand mit feinsinnigem Humor als Wandschmuck ausgesucht hat. Und die davon zeugt, dass in all den Jahrzehnten nicht jeder diesen Konferenzraum zufrieden verlassen hat.

Es ist die Titelseite vom 19. Februar 1954. Die fette Überschrift auf der Seite: „Enttäuschung beherrscht Konferenz-Ende“. Es geht um ein Treffen der Außenminister der Siegermächte in Berlin und um die deutsche Frage. Aber man wird den Verdacht nicht los, dass es irgendwie auch um das Schicksal von Generationen von Journalisten geht, die hinter dieser Tür so manche Stunde ihres Lebens verbracht haben.

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