Salzbergwerk

In Rheinberg wird derzeit nach Salzlagerungsstätten gesucht

Dieses Fahrzeug wird auch nächsten Woche im Einsatz sein: Mit der Rüttelplatte, die hier gerade auf der Straße auffliegt, werden Schwingungen erzeugt, die nach der Auswertung Auskunft über die Salzvorkommen geben.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Dieses Fahrzeug wird auch nächsten Woche im Einsatz sein: Mit der Rüttelplatte, die hier gerade auf der Straße auffliegt, werden Schwingungen erzeugt, die nach der Auswertung Auskunft über die Salzvorkommen geben. Foto: Jasmin Ohneszeit

Rheinberg.   Mit einem Spezialfahrzeug untersuchen Mitarbeiter einer Firma im Auftrag des Esco-Salzbergwerkes Borth derzeit den Untergrund nach Salzvorkommen.

Orangefarbene Kabel liegen derzeit entlang der Borther Straße, Menschen in Warnwesten stehen dabei und scheinen etwas zu messen. Dazu ein riesiges Fahrzeug: Einige Borther haben sich bereits gefragt, was aktuell in dem kleinen Rheinberger Ortsteil passiert. Die Auflösung: Das Esco-Salzbergwerk hat zur Vorbereitung der zukünftigen Abbauplanung eine geophysikalische Untersuchung des Untergrundes im Bereich zwischen Bönning, Borth und Ossenberg in Auftrag gegeben.

Seit Mittwoch ist das Leipziger Unternehmen Geophysik GGD damit beschäftigt zu messen, wo sich unter der Erde Salzlagerstätten befinden. Nicht nur im Ortsteil selbst wurde gestern gemessen, sondern auch weiter in Richtung Ossenberg: Auf der einen Fahrspur stand ein Vibrationsfahrzeug, das an der Erdoberfläche mit einer Art Rüttelplatte Schwingungen erzeugte, die sich bis in 1000 Meter Tiefe ausbreiteten und an den Grenzen unterschiedlicher Gesteinsschichten reflektiert wurden. An der Oberfläche wurde mit Sensoren, so genannten Geophonen, die in der Erde steckten, das Echo der Schwingungen aufgenommen. Aus den Signalen wird anschließend ein Strukturbild erstellt, das dann Auskunft über die Ausbildung der Salzlagerstätte geben soll.

Erkenntnisse über Salzvorkommen

„Nach der Messung wissen wir, in welchem Bereich es Salzvorkommen gibt und ob es sich lohnt, dort abzubauen“, erklärte der Pressesprecher des Salzbergwerkes, Ulrich Göbel. Einfach so messen durften die Mitarbeiter natürlich nicht. Dafür braucht es Genehmigungen der zuständigen Behörden.

„Die meisten Messpunkte befinden sich auf öffentlichen Flächen und an Straßen“, erklärte der zuständige Leiter der Messung, Daniel Günther. Für die Messpunkte auf privaten Grundstücken seien die Eigentümer ebenfalls vorab informiert und um ein Einverständnis gebeten worden. Die Bergbehörde hat sieben Messlinien mit insgesamt 20 Kilometern Länge genehmigt. Bis Ende nächster Woche sollen die Messungen abgeschlossen sein. Über die Kosten der Untersuchung wollte niemand konkret Auskunft geben. „Es ist auf jeden Fall eine höhere Summe im sechsstelligen Bereich“, sagte Göbel. Die Gebiete, die derzeit erkundet werden, positive Ergebnisse vorausgesetzt, werden nicht vor 2040 abgebaut. „Die Messungen machen wir aber schon, weil wir lange im Voraus planen müssen, wenn es zum Abbau kommt. Allein die Errichtung der Zugänge für den unterirdischen Abbau braucht fünf bis sechs Jahre“, so Göbel.

Mehr zum Thema
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik