Versammlungsrecht

Jetzt mit Anmeldung: „Steeler Jungs“ gehen weiter spazieren

Erneut sind die „Steeler Jungs“ am Donnerstagabend unter den Augen der Polizei durch den Stadtteil gezogen.

Erneut sind die „Steeler Jungs“ am Donnerstagabend unter den Augen der Polizei durch den Stadtteil gezogen.

Foto: Socrates Tassos

essen.   Die Polizei Essen wertet die Treffen der „Steeler Jungs“ als politische Versammlung. Doch das hatte am Donnerstag noch keine Konsequenzen.

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Die Entscheidung der Polizei, die regelmäßigen „Spaziergänge“ der „Steeler Jungs“ als politische Versammlung zu werten, hat erst einmal keine sichtbaren Auswirkungen.

Das allwöchentliche Treffen hat auch am Donnerstagabend stattgefunden. Allerdings wurde es das erste Mal angemeldet, wie es das Präsidium jetzt verlangt.

„Wir werden weiterhin friedliche Spaziergänge machen und warten erst einmal ab, wie die Veranstaltungen verlaufen“, sagte Rechtsanwalt Marc Grünebaum, der die „Steeler Jungs“ gegenüber der Behörde vertritt. Man werde die Vorgaben des Polizeipräsidenten zunächst erfüllen, sie dann „in aller Ruhe überprüfen und schauen, wie sich das entwickelt“.

Rechtsanwalt: Kein Interesse an Konfrontation

An einer Konfrontation sei man nicht interessiert. Deshalb sei eine gerichtliche Klärung, ob es sich um eine politische Veranstaltung nach dem Versammlungsrecht handele oder nicht, so lange kein Thema, wie es keine Verbotsverfügung der Polizei gebe.

So zogen mehrere Dutzend „Steeler Jungs“ am Donnerstagabend erneut durch den Stadtteil, abermals beobachtet von der Polizei und Vertretern der Initiative „Steele bleibt bunt“, deren Sprecherin Irene Wollenberg die jüngste Entscheidung von Polizeipräsident Frank Richter als positiv bezeichnete: „Ich freue mich darüber. Besser spät als gar nicht.“ Politisch erledigt habe sich das Thema dadurch aber nicht: „Das Gedankengut und die rassistischen Ansätze sind weiterhin da.“

Wie Polizeisprecherin Annika Koenig am Donnerstagabend sagte, blieb es friedlich in Steele.

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