Verkehr

Kontrolle an A2 und A42 – jeder 5. Abfall-Lkw mit Mängeln

Alles untersucht: zwei Kontrolleure auf einem LKW.

Foto: BR

Alles untersucht: zwei Kontrolleure auf einem LKW. Foto: BR

An Rhein und Ruhr.   Behörden nahmen 126 Lkw an Rastplätzen im nördlichen Ruhrgebiet unter die Lupe. Einer sollte alte Kühlschrankteile nach Afrika bringen

Der Laster war den Kontrolleuren aufgefallen, weil er Schlagseite hatte. An Bord: 500 alte Kühlschrank-Kompressoren mit dem extrem klimaschädlichen Kältemittel FCKW. „Die Ladung war wohl etwas verrutscht“, berichtet Frank Gebauer von der Bezirksregierung Münster. Zielort wäre irgendwo in Afrika gewesen, wo die Kompressoren auf einem Lagerplatz verbotenerweise abgeladen worden wären – und fertig. Papiere? Fehlanzeige. Der Transport war illegal.

Der Lkw ist einer von 126 Abfalltransporten gewesen, den Kontrollteams Dienstag und Mittwoch auf den Rastplätzen „Holthauser Bruch“, „Lusebrink“ sowie „Resser Mark“ an der A2 und A42 unter die Lupe nahmen – eine Aktion unter Federführung der Bezirksregierung Münster. Diverse Behörden, auch aus den Niederlanden, waren vor Ort und 51 Beamte im Einsatz. Viele Lkw kamen aus den Niederlanden oder Großbritannien und hatten Frachtziele in NRW und anderen Bundesländern oder in Osteuropa.

Überladen oder schlecht gesichert

Kunststoff, Altkleider, Metallreste, Altholz – oder eben Kühlschrank-Kompressoren: Die Beamten bekamen allerlei Frachtgut zu sehen. Mitunter war es nicht gesichert, manchmal wiesen die Papiere Fehler auf, manchmal waren Lkw überladen: Laut Bezirksregierung wiesen 20% der Transporte Mängel auf, die mit Bußgeldern von bis zu 1000 Euro geahndet wurden. Drei Transporte waren illegal. Vor noch nicht allzu langer Zeit habe man es sogar mit 25 bis 30% Beanstandungen zu tun gehabt, berichtet Gebauer. Die Münsteraner Behörde hatte die Kontrollen zuletzt noch mal intensiviert.

Umweltschützer drängen auf noch mehr Kontrollen: „Die hohe Beanstandungsquote selbst dieser sporadischen Kontrollen belegt, dass wir noch immer ein eklatantes Vollzugsdefizit haben. Die Kontrolldichte muss höher und die Zuständigkeiten müssten stärker gebündelt werden, um rollende Zeitbomben von unseren Straßen zu verbannen“, fordert Dirk Jansen vom BUND. NRW sei „die wichtigste Drehscheibe für nationale und grenzüberschreitende Abfalltransporte“.

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