Corona-Projekte

Modellregionen für Lockerungen: Kreis Wesel ist nicht dabei

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Die Neustraße in Dinslaken: Im Kreis Wesel wird es kein Modellprojekt für Lockerungen geben.

Die Neustraße in Dinslaken: Im Kreis Wesel wird es kein Modellprojekt für Lockerungen geben.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Kreis Wesel.  NRW hat bekannt gegeben, in welchen Regionen es Projekte für Corona-Lockerungen geben soll. Der Kreis Wesel ist vom Land nicht ausgewählt worden.

Der Kreis Wesel gehört nicht zu den Städten oder Kreisen in Nordrhein-Westfalen, in denen es Modellversuche für Lockerungen geben soll. Am Freitagvormittag verkündete NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart Details zu dem Vorhaben und nannte eine Liste von Kommunen, die dabei sein werden. Der Kreis Wesel, der sich für die Modellöffnungen beworben hatte, ist nicht dabei. Die angrenzende Stadt Krefeld gehört hingegen zu der Testgruppe.

Landrat Ingo Brohl reagierte am Mittag auf die Entscheidung des Landes. „Wir bedauern die Entscheidung des Ministeriums sehr, denn wir sind nach wie vor der Auffassung, dass die gemeinsame Bewerbung aller Gemeinden und Städte im Kreis Wesel eine gute Grundlage für verlässliche Öffnungsperspektiven geboten hat“, sagte Brohl. Er erwarte von der Landesregierung dennoch eine Öffnungsperspektive für den Niederrhein. Auch andere Kreise aus der Region wie Viersen oder Kleve sind nicht ausgewählt worden, jedoch die Städte Krefeld und Mönchengladbach.

Das Testprojekt soll gestaffelt werden: zunächst mit sechs, später mit acht weiteren Regionen. Um mit den begrenzten Öffnungen beginnen zu können, muss die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in einer Kommune unter 100 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegen.

Bei einer entsprechenden Sieben-Tage-Inzidenz können ab dem 19. April starten:

  • Ahaus (Kreis Borken)
  • Kreis Coesfeld
  • Kreis Warendorf
  • Münster
  • Mönchengladbach
  • Paderborn (Stadt und Kreis)
  • Lippstadt (Kreis Soest)

Lassen die Fallzahlen es zu, können Städte und Kreis aus der zweiten Gruppe ab dem 26. April beginnen:

  • Kreis Düren
  • Essen
  • Hamm
  • Köln
  • Krefeld
  • Lennestadt (Kreis Olpe)
  • Siegen (Kreis Siegen-Wittgenstein)
  • Schmallenberg und Winterberg (Hochsauerlandkreis)

Die Konkurrenz für den Kreis Wesel war groß: Insgesamt 21 Kreise und 25 Städte wollten Corona-Lockerungen ähnlich wie in Tübingen. Die Resonanz der Kommunen habe die „Erwartungen übertroffen“, sagte der Minister. In die Entscheidungen seien auch Faktoren wie kommunale Vielfalt und Verteilung innerhalb des Bundeslandes in die Entscheidung eingeflossen.

In die Projekte der zweiten Gruppe sollen die Erfahrungen aus der erste Gruppe einfließen. Betreut werden die Projekte durch das Essener Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Das Institut unter Leitung von Präsident Christoph Schmidt werde gemeinsam mit der Landesregierung Mitte Mai eine erste Zwischenbilanz vorstellen, sagte Pinkwart. Die Modellkommunen müssen unter anderem Corona-Registrierungs-Apps nutzen.

Ursprünglich sollten die Modell-Projekte nach Ostern starten. Grund für die Verschiebung seien pandemiebedingte Vorsichtsmaßnahmen, hieß es weiter. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt auch in NRW wieder an. Das Modellregionen-Projekt hatten Bund und Länder bei einer Ministerpräsidentenkonferenz im März beschlossen. Inzwischen sind die Corona-Neuinfektionszahlen allerdings wieder stark gestiegen.

So wollte der Kreis Wesel es zur Modellregion schaffen

Der Kreis Wesel setzte bei seinem Vorschlag vor allem „auf die Digitalisierung, die weit über die Kontaktnachverfolgung hinausgehen und unter anderem Teststellen, Apotheken und Labore verbinden soll“, hieß es in einer Pressemeldung. Die Stadt Moers sollte dabei eine Vorreiterrolle einnehmen – unter anderem in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen.

Dr. Thomas Voshaar vom Bethanien-Krankenhaus unterstützte den Modellversuch im Kreis Wesel. Der Lungenspezialist ist mit seinen Behandlungsmethoden von schwer erkrankten Corona-Patienten weltweit bekannt geworden und gehört zum Beraterteam von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Dr. Voshaar sagte am Donnerstag: „Wir müssen noch auf sehr lange Sicht mit dem Virus und seinen Mutationen leben und einen Weg finden, damit umzugehen.“ (red mit dpa)

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