Grabraub

Metall-Diebe suchen Friedhöfe in der Region heim

Symbolbild. Auf Friedhöfen in der Region häufen sich derzeit Fälle von Grabraub.

Symbolbild. Auf Friedhöfen in der Region häufen sich derzeit Fälle von Grabraub.

Foto: dpa

Isselburg/Kleve/Rees.   Mehrere Friedhöfe in der Region waren zuletzt Ziel von Grabräubern. Die scheinen ihre Ziele tagsüber auszukundschaften.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Bisher unbekannte Täter suchen derzeit Friedhöfe in der Region heim. Sie haben es vor allem auf Grabschuck aus Metall abgesehen. Die Taten häufen sich sein wenigen Wochen, aber ob es einen Zusammenhang gibt, kann die Polizei nicht sagen.

Jüngst wurde ein Friedhof in Isselburg Ziel: Zwischen Freitag, 12 Uhr und Sonntag, 10.50 Uhr, wurde auf dem Friedhof am Münsterdeich eine hüfthohe Bronzestatue "Madonna mit Jesuskind" von einem Grab gerissen. Die Polizei hat bis dato keine Hinweise auf den oder die Täter und hofft auf Hinweise von Zeugen: "Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat oder sonstige Hinweise geben kann, wird gebeten sich an die Kripo in Bocholt unter der Telefonnummer 02871/2990 zu wenden".

Grabräuber in Kreisen Wesel und Kleve

Auch in Wesel waren am vergangenen Wochenende Grabräuber unterwegs; Fälle wurden von drei Friedhöfen gemeldet. Die Täter raubten mindestens ein Dutzend Grableuchten und mehrere Bronzefiguren, teilte die dortige Polizei mit.

Zu den Tätern gibt es laut Polizei bisher keine Erkenntnisse. Sind es Einzelfälle, ohne Zusammenhang oder ist von Serientätern auszugehen? "Das lässt sich derzeit nicht sagen", heißt es bei der Polizei. Auch wo die Täter den geraubten Grabschmuck zu Geld machen, ist laut Polizei offen: "Wir glauben nicht, dass sie es bei Schrotthändlern im Kreis Kleve loswerden"; hiesige Händler seien sensibilsiert auf das Thema Metalldiebstahl, meint man bei der Polizei.

Im vergangenen August häuften sich derartige Fälle von Grabraub im Kreis Kleve zuletzt, damals in Wachtendock, Straelen, Kevelaer und Kleve. Aktuell werden Fälle erneut vor allem aus Kleve gemeldet: Im Zeitraum 16./19. Februar wurden auf dem Friedhof an der Merowingerstraße in Kleve an zahlreichen Gräbern Vasen, Madonnen, Kreuze und Leichten gestohlen. Mindestens 20 Fälle wurden der Polizei gemeldet. Zwischen dem 18. Februar und dem 3. März war auch der Friedhof an der Peiterstraße in Kleve-Kellen Ziel von Räubern. An dlrei Grabsteinen wurden kupferne und bronzene Kreuze und eine Bronzevase abgebrochen und geraubt. Zwei Gegenstände jedoch ließen Täter an einem Grab zurück. Am Dienstag ergänze die Polizei drei weitere Fälle, datiert auf die Zeit vom 3. bis 10. März. Bisher Unbekannte entwendeten eine Bronzeschale und eine rund 70 Zentimeter hohe Marienstatue aus Bronze. "Die beiden Gegenstände befanden sich auf zwei unterschiedlichen Gräbern des Friedhofs", teilte die Polizei mit.

40 Kilo schwere Bronzefigur aus Grabsockel gerissen

Aber auch in Rees waren zuletzt Grabräuber unterwegs: Gleich zweimal wurden auf dem Friedhof am Westring Bronzestatuen von Grabmälern gestohlen. Zwischen dem 21. und 23. Februar verschwand eine 90 Zentimeter große Muttergottesfigur von einem Grab. Die 30 bis 40 Kilogramm schwere Bronzefigur wurde aus dem Sockel gerissen, wobei auch dieser beschädigt wurde. Die zweite Tat ereignete sich zwischen dem 22. und 25. Februar. In dieser Zeit wurde eine etwa 60 Zentimeter große Madonna, die auf einem Granitsockel stand, von einem Grab herausgebrochen und mitgenommen. Die Kripo Emmerich ermittelt und hofft auf Hinweise unter der Telefonnummer 02822/ 7830.

Laut Polizei schreiten Grabräuber vor allem in Dunkeln zur Tat - spionieren Friedhöfe jedoch auch am helllichten Tat aus. Auf dem Friedhof Merowingerstraße in Kleve waren verdächtige junge Männer mit "osteuropäischem Aussehen" gemeldet worden. Sie trugen Jogginganzüge und "schauten sich bei Tageslicht intensiv Gräber an, die sie zum Teil sogar fotografierten", hatte die Polizei berichtet. "Vielleicht fallen solche Leute in den Blick und wecken Verdacht von Friedhofsbesuchern", hofft man bei der Polizei. "Hinweise auf Täter haben wir derzeit nicht", sagte ein Sprecher der Kreispolizei Kleve am Montag auf Anfrage. (dae)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben