Strom-Diebstahl

Tesla-Fahrer zapft illegal Strom auf Baustellen-Klo

Symbolbild. Die Polizei in Mettmann ermittelte gegen den Tesla-Fahrer wegen Strom-Diebstahls.

Symbolbild. Die Polizei in Mettmann ermittelte gegen den Tesla-Fahrer wegen Strom-Diebstahls.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Mettmann/Kevelaer.  Ein Tesla-Fahrer hat in Mettmann illegal Strom angezapft, um die Akkus seines E-Autos zu laden - ausgerechnet am Rohbau der Polizei-Leitstelle.

Ein angeblich dringendes Bedürfnis hat einen Tesla-Fahrer jetzt in Mettmann zu einem Einbruch verleitet. Der Mann aus Kevelaer war dazu in einen Toilettenwagen auf der Baustelle der neuen Polizei-Leitstelle in Mettmann eingedrungen - um Strom zu zapfen für sein Elektro-Auto.

Am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr schlug in der Polizeiwache der Kreispolizei plötzlich ein Alarm ein. Auf der Baustelle nebenan - „keine 30 Meter entfernt“, wie ein Sprecher sagte - war offenbar ein Einbrecher zu Gange. Sofort rückten Polizisten aus. Was sie sahen, ließ sie staunen, berichtete die Polizei am Dienstag.

Tesla-Fahrer drang in Baustellen-Toilette ein

„Vor einem geöffneten Bauzaun parkte ein weißer Tesla, aus welchem ein Kabel durch den Baustellen-Zaun in einen dahinter liegenden unverschlossenen Toilettencontainer führte“, teilte die Polizei mit. Als die Beamten dem Kabel folgten, entdeckten sie, „dass der Stecker unmittelbar über einem Pinkelbecken in einer Steckdose steckte“, sagte der Polizeisprecher.

Der Fahrer des Tesla sei kurz darauf erschienen, berichtete die Polizei. Der 48-Jährige aus Kevelaer habe den Beamten erklärt, dass er in einer Notlage sei: „Sein Tesla sei liegen geblieben, auf der Suche nach einer Auflademöglichkeit habe er sich nicht anders zu helfen gewusst, als in die Baustelle einzudringen“, berichtete die Polizei.

Die Polizei ermittelt nun wegen Strom-Diebstahls gegen den Tesla-Fahrer, sagte ein Sprecher. Ob sich der 48-Jährige auch wegen Einbruchs wird verantworten müssen, müsse die Staatsanwaltschaft bewerten, sagte der Sprecher. Der Toilettencontainer selbst sei unverschlossen, auf der Baustelle allerdings sei der Zutritt verboten gewesen.

Akku-Laden an der Toiletten-Steckdose hätte 40 Stunden gedauert

Viel Strom wird der Fahrer des Tesla nicht gezapft haben, hieß es bei der Polizei: „Die Beamten waren nach wenigen Minuten vor Ort“. Zudem habe es sich um einen herkömmlichen 220-Volt-Anschluss gehandelt, sagte der Sprecher: „Um die Akkus des Tesla komplett zu füllen, hätte der Wagen 40 Stunden an der Steckdose angeschlossen werden müssen“, sagte der Polizeisprecher. Man habe sich dazu extra bei Experten erkundigt.

Der Strom im Auto habe immerhin noch genügt, um den Wagen von der Baustelle zu entfernen, hieß es bei der Polizei. Zum weiteren Schicksal des gestrandeten E-Auto-Fahrers gab es bei der Polizei keine Auskünfte.

Kreispolizei hat E-Ladesäulen auf ihrem Hof

Dass der Tesla-Fahrer in der Polizeiwache nebenan nach Hilfe hätte fragen können, sei ihm „augenscheinlich nicht in den Sinn gekommen“, berichtete die Polizei. Er hätte dort möglicherweise sogar Strom bekommen können: „Wir haben für eigene E-Fahrzeuge Stromladesäulen auf dem Hof“, sagte der Sprecher.

Die nächste öffentliche Ladesäule liege zudem „nicht weit weg“, hieß es bei der Polizei: Etwa einen Kilometer entfernt in einem Gewerbegebiet.

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