Syrinx Call

Musik aus Zeit und Raum

Syrinx Call – Isgaard (v.l.), Doris packbiers, Jens Lueck und Volker Kuinke (v.r.).

Foto: Privat

Syrinx Call – Isgaard (v.l.), Doris packbiers, Jens Lueck und Volker Kuinke (v.r.). Foto: Privat

Am Niederrhein.   Gasballonfahrer Volker Kuinke aus Moers erfüllte sich mit seiner Band Syrinx Call einen Traum. Die Lieder klingen nach großen Gefühlen und wunderschönen Augenblicken. Eine Klangreise in andere Welten

Volker Kuinke macht es seinen Zuhörern, und auch sich selbst, nicht leicht mit seiner Musik. Andererseits: Der große Erfolg im Kleinen, nennen wir es einmal so, bestätigt ihn ja.

Dreimal – man könnte laut Duden auch schreiben, um dieses Ereignis besonders zu betonen: Drei Mal gewann die Gruppe Syrinx Call in der WDR 2-Radiosendung „Made in Germany“ mit ihrem Lied „The Castle“ die Gunst des Hörpublikums und wurde jeweils Wochensieger. Mehr geht nicht, außer eines ausführlichen Beitrages über die Band und ihr erstes Album „Wind in the woods“, der ein paar Wochen später gesendet wurde; gleiche Welle, gleiche Stelle. „Wir sind total glücklich“, freut sich Volker Kuinke, „weil wir dadurch einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt wurden.“

Es ist nämlich so: Syrinx Call ist keine Gruppe, die man bisher kennen musste. Das klingt hart, doch seien wir ehrlich: Wer nicht zwischen acht und 18 Uhr im Radio gedudelt wird oder über Youtube massenhaft im Internet geklickt wird, existiert in den Medien nur selten bis gar nicht. Syrinx Call ist kein Einzelschicksal. Über die Qualität der Musik sagt die öffentliche Wahrnehmung hier, da und auch dort natürlich nichts aus.

Syrinx Call gibt es erst seit knapp einem Jahr. Ein Studioprojekt, keine Bühnenband. „Es wäre viel zu aufwändig, unsere Musik live zu spielen“, erklärt Volker Kuinke. Er ist der Kopf des Quartetts, auch wenn er sich selbst wohl nie so bezeichnen würde. Mit dem Produzenten Jens Lueck aus Hamburg hat er zufällig einen seelenverwandten Partner gefunden, mit dem er musikalisch harmoniert. Abgesehen von den vielen Gastmusikern, die auf der CD zu hören sind, gehören zur Gruppe noch Doris Packbiers und die Sängerin Isgaard. Sie kann man kennen, sie arbeitete schon beim total verkopften und total erfolgreichen Musikprojekt Schiller mit.

Ihre eindringliche Stimme, die zwischen Klassik und Pop traumwandelt, bestimmt die, sagen wir mal, Hitsingle „The Castle“. Ansonsten, das muss man unbedingt erwähnen, ist die Blockflöte das Instrument des Albums von Syrinx Call. „Ich habe mir einen Traum erfüllt“, schwärmt Volker Kuinke, der die völlig in Verruf geratene und völlig unterschätze Blockflöte seit Kindertagen spielt. Auch bei ihm war es keine Liebe auf den ersten Blick unterm Tannenbaum, doch hat es ihn auf drei Platten der deutschen Artrock-Gruppe Eloy und nunmehr zwei Alben von Isgaard gebracht.

Jetzt also: „Wind in the woods.“ Der Titel klingt ein bisschen verträumt und ein wenig romantisch, wem der Name Volker Kuinke ein Begriff ist, der findet es nur konsequent, welche Gefühle er in Klänge umsetzt: Er ist leidenschaftlicher Gasballonfahrer, das Fahren durch Raum und Zeit ist sein Ding.

Das erste Stück beginnt mit Vogelgezwitscher, es folgen elf Songs: Weltmusik, mittelalterliche Klänge, Folk, Barock und... „Wir passen in keine Schublade“, findet Volker Kuinke und ist stolz darauf. Im Rock-Magazin „Eclipsed“ war zu lesen: „Die Musik funktioniert wie ein Wellness-Bad für gestresste Seelen.“

Wer beim Zuhören die Augen schließt, taucht tatsächlich in eine andere Welt ein. Das Kino im Kopf bringt Bilder von den urzeitlichen Landschaften Islands oder den sagenhaften Gegenden Irlands – immer größer, immer schöner, immer unglaublicher.

Erstaunlich ist: „Wind in the woods“ funktioniert auch bei einer Autofahrt durch die nebelversunkene Tiefebene zwischen Rhein und Maas. Der Autor dieser Zeilen hat es selbst erlebt, bei geöffneten Augen, auf der Fahrt bis ans Ende der Welt – nach Schenkenschanz.

INFO: Volker Kuinke kommt aus Moers, wohnt in Düsseldorf und arbeitet als Bibliothekar in Repelen. Als Gasballonfahrer gewann er das Gordon-Bennett-Rennen, war Weltmeister auf der Langstrecke und zweimaliger Europacup-Sieger. Er spielt Blockflöte und gründete 2015 die Band Syrinx Call, übersetzt: Der Ruf der verwandelten Naturgewalt. Syrinx ist eine Figur aus der griechischen Mythologie.

Die CD „Wind in the woods“ ist über die Homepage der Band zu bestellen (15 Euro). www.syrinxcall.com

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