Wolfsgebiet Schermbeck

Nach Riss in Hünxe: Ministerin wirft Frage nach Abschuss auf

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Erneut ist ein Pony im Wolfsgebiet Schermbeck wohl durch einen Wolf gerissen worden.

Erneut ist ein Pony im Wolfsgebiet Schermbeck wohl durch einen Wolf gerissen worden.

Foto: Lino Mirgeler / dpa/Symbolbild

Kreis Wesel.  Nach dem Riss eines Ponys in Hünxe will Umweltministerin Heinen-Esser (CDU) Ponys und Pferde mehr schützen und die Förderrichtlinie ausweiten.

Nachdem in der Nacht von Sonntag auf Montag in Hünxe wohl ein Wolf erneut ein Pony gerissen hat, zeigt sich Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Dienstagabend besorgt. „Es bereitet mir Sorge, dass nach Schafen, die auf den Weiden geschützt werden müssen, jetzt offenbar auch einzelne Pferde angegriffen werden. Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass das Pony von einem oder mehreren Wölfen gerissen wurde, wäre es bereits der dritte Wolfsriss eines Ponys“, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser, die laut Mitteilung am Nachmittag mit dem Halter des Ponys telefoniert hat.

Pony wird in Krefeld obduziert

Das tote Pony ist am Dienstag zur Tierobduktion in das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Rhein-Ruhr-Wupper in Krefeld gebracht worden. Zuvor wurden, wie es das übliche Vorgehen bei Wolfsrissen ist, Abstrichproben für eine DNA-Untersuchung genommen, die vom Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen analysiert werden. Ersten Annahmen zufolge soll das Pony durch einen Kehlbiss getötet worden sein.

Ministerin Heinen-Esser will nun die Förderrichtlinie auf Pferdehalter ausweiten. Damit würden auch sie von finanziellen Förderungen bei Schutzmaßnahmen profitieren. Konkrete Rahmenbedingungen und Kriterien würden derzeit ausgearbeitet, um auch Pferde und Pferdehalter besser vor Übergriffen zu schützen.

Abschuss des Wolfes könnte wieder diskutiert werden

Und auch den Abschuss des Wolfes bringt sie erneut in die Debatte. Das Thema wird immer wieder kontrovers diskutiert. „Die Frage einer Entnahme ist erneut zu stellen, wenn die Wölfin GW954f an dem Vorfall beteiligt war und die Gefahr besteht, dass verstärkt Pferde Opfer von Übergriffen werden“, so die Ministerin.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Vorfalls habe Heinen-Esser die Landwirtschaftskammer gebeten, eine Hotline einzurichten, um individuell auf aktuelle Fragen eingehen zu können. Zur Vorsorge sollten, sofern logistisch möglich, einzelne kleinere Pferde nicht über Nacht auf ungeschützten Weiden gehalten werden. Erst im Januar wurde ein Pony in Hünxe tot aufgefunden, im Oktober 2020 kam ein Pony auf einer Weide in Bottrop-Kirchhellen durch einen Wolf zu Tode.

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