Verkehr

NIAG: Angst vor der Endstation

Wird die NIAG abgebürstet? Foto: Denise Ohms

Wird die NIAG abgebürstet? Foto: Denise Ohms

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Am Niederrhein. Die Mitarbeiter verlieren zunehmend das Vertrauen in den Mehrheitseigner Rhenus. Aufsichtsrat Bartels teilt diese Sorge nicht. In der kommenden Woche treffen sich Geschäftsführung und Betriebsrat.

Niag-Vorstand und Rhenus-Geschäftsführung sind nicht geneigt, sich der NRZ zu stellen. Niemand will sich den Mund verbrennen kurz vor dem Treffen der Geschäftsführung mit dem Betriebsrat. Vordergründig geht’s nur um den Personalplan des Mehrheitseigners Rhenus Veniro, der zwei Abteilungsleiter des alten Niag-Stammes abgesetzt hat. Für viele Kritiker ist dies aber nur ein weiterer Schritt des Logistikunternehmens, die Niederrheinischen Verkehrsbetriebe zu zerschlagen und spätestens 2013 durch günstigere Auftragnehmer zu ersetzen. Starker Tobak.

Das steht in
dem Vertrag

Rückblende: Am 15. Juli 2004 beschließt der Kreistag in nichtöffentlicher Sitzung einen Vertrag zur Teilprivatisierung der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe. Das Schriftstück liegt der Redaktion vor. 7140 Aktien – und damit 51 Prozent des Niag-Grundkapitals – gehen an die Firma Rhenus (damals noch Keolis). Nicht zuletzt aufgrund ihrer Zugeständnisse in punkto Mitarbeiter und Arbeitsplätze. Der negative Kaufpreis beträgt 24,9 Millionen Euro, die der Kreis innerhalb der folgenden vier Jahre als Raten an das Unternehmen zahlt. Gebildet wird eine Rücklage von etwa 10 Millionen zur Sicherung der Mitarbeiter, etwa im Falle einer Tarifänderung. Das Geld ist bis heute unberührt.

Rhenus verpflichtet sich, den Schienengüterverkehr sowie den Logistik-Bereich mit dem Hafen Orsoy positiv zu entwickeln. Außerdem sichert Rhenus dem Kreis vertraglich zu, dass das bis dato defizitäre Unternehmen bis 2012 profitabel wird, dass die Arbeitsplätze erhalten und darüberhinaus neue geschaffen werden und dass die „Umsatz-, Ergebnis- und Mitarbeiterentwicklung positiv verläuft“. Und zwar nach den Geschäftsfeldern der Niag sowie ihrer Tochter Verkehr und Service am Niederrhein.

Zusagen ab 2013 nicht mehr bindend

Diese Zusagen, eben auch der Kündigungsschutz der Mitarbeiter, sind ab 2013 nicht mehr bindend. Und die Ehe mit Rhenus ist bislang alles andere als harmonisch verlaufen. Da war die Absetzung des Niag-nahen Vorstandsmitglieds Gregor Gasthaus durch Rhenus. Dann gab es die Aufsichtsratssitzung, in der eine Übernahme des lukrativen Logistikbereichs durch Rhenus gerade noch abgewendet wurde. Neulich der Fall Minden und nun das Personalkarussell schüren zusätzlich Misstrauen und Angst, die Niag müsse mittelfristig billigeren Unternehmen weichen.

Dem tritt Heinz-Dieter Bartels, bei vielen Niag-Mitarbeitern als „Rhenus-Freund“ in der Kritik, entgegen. „Wenn es Rhenus nur ums Geld ginge, hätten sie die Gewinne aus den letzten Jahren ausgeschüttet und nicht im Unternehmen belassen.“ Und was seine eigene Rolle betrifft: „Ich bin dem Anteilseigner gegenüber genauso verpflichtet wie den Mitarbeitern. Meine Aufgabe ist es, die Arbeit des Vorstandes zu überwachen. Und das tue ich.“Fortsetzung folgt

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