Halbes Dutzend

Noch mehr kleine Wisente im NRW-Gehege in Hardehausen

Das halbe Dutzend ist in diesem Jahr schon mal voll: eines der Kälber aus dem NRW-Gehege in Hardehausen.

Das halbe Dutzend ist in diesem Jahr schon mal voll: eines der Kälber aus dem NRW-Gehege in Hardehausen.

Foto: Jan Preller / Wald und Holz

Kreis Höxter.  Gleich zwei Kälber kamen am vergangenen Montag im Gehege in Ostwestfalen zur Welt. Sie machen bereits das halbe Dutzend im laufenden Jahr voll.

Der "Kindergarten" im Wisent-Wald bei Warburg in Ostwestfalen wird immer größer. Zu Beginn dieser Woche kamen die Kälber Nummer fünf und sechs des laufenden Jahres zur Welt, wie Jan Preller vom Landesbetrieb Wald und Holz an diesem Mittwoch (17. Juni 2020) auf Nachfrage der Redaktion. Und womöglich sind noch weitere Spielgefährten unterwegs.

Ausschließen könne man das nicht, so Preller. Wisentkühen sieht man nicht an, wenn sie trächtig sind. Gleich nach Geburt wiegen Kälber zwischen 25 und 30 Kilo. Im Gehege Hardehausen bei Warburg züchtet das Land Nordrhein-Westfalen seit 62 Jahren Wisente zum Arterhalt. Zuchtbulle Zac, der vor anderthalb Jahren dorthin kam, scheint sich prächtig eingelebt zu haben.

Spaziergängerin beobachtete eine Geburt

Kalb Nummer fünf des laufenden Jahres, ein Weibchen, stand an diesem Montagmorgen plötzlich im Regen der Wiese - folgerichtig habe man ihm den Namen "Eggeregen" gegeben, berichtete Preller. Das halbe Dutzend wurde am Montagabend vollgemacht. Da beobachtete eine Spaziergängerin die Geburt eines kleinen Bullen und informierte die Förster. Sie durfte prompt den Namen wählen: "Eggelio".

Die Wisent-Schar in Hardehausen wächst damit auf aktuell 36 Tiere, verteilt auf zwei Herden - 26 Bergwisente und zehn Flachland-Wisente. Der Nachwuchs bildet tatsächlich so etwas wie einen "Kindergarten". "Die spielen 'Rennen und Verfolgen', springen umher oder klettern auf die Mütter", berichtet Jan Preller. Er ist fasziniert vom Sozialverhalten der Tiere.

Wisent-Mutter vertreibt Enten

Dass Wisent-Mamas ihre Verantwortung ernst nehmen, haben zwei Enten erfahren, die bis auf etwa zehn Meter auf eine Kuh und ihr Neugeborenes zuwatschelten. Offenbar zu nah: Die Kuh preschte auf die Enten los. "Das war aber nur ein Scheinangriff", erklärt Preller, der das Geschehen beobachtet hatte. Die Vögel jedenfalls waren tief beeindruckt von den 500 bis 600 Kilogramm Lebendgewicht, die da auf sie zu rauschten. Sie suchten umgehend und unverletzt das Weite...

Und die Moral von der Geschicht'? "Wisentkühen mit Kälbern kommt man besser nicht zu nahe", sagt Preller. Im Gehege in Hardehausen aber kann man sie wunderbar und ohne Sorge beobachten (wenn sie nicht gerade durch den Wald stromern). Der Eintritt ist kostenlos. Informationen gibt es hier. Seit Beginn der Zucht wurden mittlerweile 218 Kälber in Hardehausen geboren.

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