Schafe gerissen

NRW-Umweltbehörden prüfen „Wolf-Pufferzone“ für die Eifel

Ein Wolf ist seit einigen Wochen in der Eifel unterwegs.

Ein Wolf ist seit einigen Wochen in der Eifel unterwegs.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Städteregion Aachen.  Die NRW-Behörden suchen nach Wegen, wie sie Weidetierhaltern bei Monschau helfen können. Offenbar ist ein Wolf in der Region unterwegs.

Die nordrhein-westfälischen Umweltbehörden prüfen, ob sie in der Eifel eine Wolf-Pufferzone einrichten. Weidetierhalter dort würden dann die Anschaffung besonderer Schutzzäune zu 100% erstattet bekommen. „Wir müssen aber noch weitere Ergebnisse abwarten“, betonte ein Sprecher des Landesumweltamtes (Lanuv) an diesem Dienstag (28. Mai 2019) auf Nachfrage der Redaktion.

Bereits seit dem vergangenen Jahr gibt es Hinweise auf einen Wolf auf belgischer Seite im Hohen Venn. Seit einigen Wochen mehren sich aber auch die Wolfshinweise auf deutscher Seite – wobei es sich möglicherweise um ein und dasselbe Tier handelt. Wiederholt wurden Nutztiere auf Weiden gerissen. An diesem Montag hatte das Lanuv bestätigt, dass auch drei am 29. April bei Monschau getötete Schafe klar auf das Konto eines Wolfes gehen. Seit Mitte April war es der mittlerweile vierte, amtlich bestätigte Nachweis eines solches Raubtieres in der Region. Bei einem dieser Nachweise konnte anhand von DNA-Spuren ein Wolfsrüde identifiziert werden, der im Jahr 2018 am Niederrhein unterwegs war.

Auch der Fall einer Stute wird untersucht

Ein weiterer Fall ist nicht ganz so eindeutig: Bei einem am 11. April ebenfalls in Monschau getöteten Schaf könne ein Wolf als Verursacher mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausgeschlossen werden, heißt es beim Lanuv. Untersucht werden zudem noch zwei am 14. Mai in Monschau getötete Lämmer und der Fall eines Pferdes, das in Blankenheim eingeschläfert werden musste. Die Stute hatte am 19. nach einer schweren Geburt eines toten Fohlens Bisswunden am Hinterleib. Ob sie von einem Wolf angegriffen wurden, ist bislang offen.

Bei den Überlegungen, ob eine Pufferzone eingerichtet wird, dürfte auch eine Rolle spielen, dass auf belgischer Seite der Grenze zwei weitere Wölfe leben. Auf einem Truppenübungsplatz in der Provinz Limburg hat sich Wölfin Naya niedergelassen, die einst NRW durchquert hatte. Mit dem Rüden August soll sie seit dem vergangenen Jahr einen Partner haben. Unklar ist, ob das Paar Nachwuchs hat. „Bislang gibt es dafür keinen Nachweis“, sagt Expertin Katharina Stenglein vom Naturschutzbund (Nabu). Welpen kommen üblicherweise Ende April/Anfang Mai zur Welt.

Wölfin auch im Westerwald

In NRW selbst haben sich zwei Wölfinnen niedergelassen – eine bei Schermbeck bei Niederrhein und eine in der Senne in Ostwestfalen. In beiden Fällen haben die Umweltbehörden weitläufige Wolfsgebiete ausgewiesen, in denen Herdenschutzmaßnahmen finanziert werden. Vor den Toren NRWs - in Rheinland-Pfalz im Westerwald - lebt zudem eine weitere Wölfin. In Südwestfalen gibt es deshalb seit Anfang April auch eine Wolfs-Pufferzone.

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