Werbering

Paschmann weist Kritik des Homberger Werberings zurück

Stillstand im Kultur- und Freizeitzentrum. Hier soll neben der VHS die Musikschule einziehen. Aber die Arbeiten stocken.

Stillstand im Kultur- und Freizeitzentrum. Hier soll neben der VHS die Musikschule einziehen. Aber die Arbeiten stocken.

Foto: Tanja Pickartz / WAZ FotoPool

Duisburg-Homberg.  Bezirksbürgermeister Paschmann verteidigt die Bezirksvertreter: Sie seien nicht untätig, hätten aber nur begrenzt Einfluss

Für Bezirksbürgermeister Hans-Joachim Paschmann ist es in erster Linie eine Frage des Stils. Erschwerend komme hinzu, dass der Vorsitzende des Werberings, Mario Mikesic, mit seiner Pauschalkritik und Falschinformation „die Bevölkerung in Aufruhr“ versetze. Das geht für Paschmann überhaupt nicht, das ärgert ihn. Aber im Kern trifft die Kritik schon, was beim geringen Handlungsspielraum der Politiker umso stärker schmerzt.

„Herr Mikesic ist schon über ein ein Jahr im Amt, der Antrittsbesuch bei mir steht aber immer noch aus“, sagt Paschmann. Mikesic habe er nur kurz am Rande eines Festes gesprochen. Er biete jede Woche eine Sprechstunde an und bemühe sich bei dringendem Gesprächsbedarf, auch kurzfristig einen Gesprächstermin zu organisieren.

Dass sich die Sparkasse in diesem Jahr noch nicht aus dem Ortskern zurückzieht, hat sie inzwischen selbst öffentlich richtiggestellt und auch die Commerzbank hat nach Angaben von Mitarbeitern noch nicht die Absicht, den Standort zu verlassen. Aber die Sparkasse hat Pläne, die in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden sollen. Alle Banken haben Probleme, weil sie in der Niedrigzinsphase wenig verdienen, die Regulierungsvorschriften der EU den Handlungsspielraum einschränken und weil Online-Banking und bargeldloser Zahlungsverkehr immer beliebter werden. Udo Vohl listet die drei Faktoren auf. Das Ratsmitglied der SPD sitzt auch im Verwaltungsrat der Sparkasse. Er kennt die Pläne. Am liebsten wäre die Sparkasse in das neue Fachmarktzentrum zwischen Hochheide und Alt-Homberg gezogen, aber das ließ sich bislang ebenso wenig realisieren, wie der andere Wunsch, das ehemalige Verwaltungsgebäude des Bauunternehmers Kun zu nutzen, in dem jetzt die Kripo sitzt. „Wird kein dritter Standort gefunden, wird sich die Sparkasse für einen der beiden bestehenden entscheiden müssen“, kündigt Vohl an.

Die Pauschalkritik an der Politik trifft Paschmann empfindlich. Da möchte er sich auch schützend vor alle Mitglieder der Bezirksvertretung stellen. Die Liste der Themen, die abgearbeitet würden, sei lang. Auf viele Probleme der Stadt, etwa den beklagten Leerstand, habe die Politik wenig bis gar keinen Einfluss. Anderes sei unendlich mühsam und dauere Monate, wie die Absenkung einer einzigen Bordsteinkante, wofür der 72-jährige Sozialdemokrat sich seit Monaten einsetze, damit Rollstuhlfahrer problemlos die Straße queren können.

Den von Mikesic beklagten Stillstand im Kultur- und Freizeitzentrum versuchen die beiden gar nicht erst weg zu diskutieren. Vor allem, weil Vohl Vorsitzender des Freundeskreises Historisches Homberg ist, der in diesem Haus im Obergeschoss seinen Sitz hat. Die Lösung sei schwierig, aber hoffentlich nah. Es gibt seit langem Beschlüsse, auch Geld, nur das städtische Immobilien Management (IMD) habe keine personellen Kapazitäten zur Umsetzung, auf die auch die Musikschule warte. Aber der IMD werde jetzt neu aufgestellt.

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