Stadtentwicklung

Planungen für die Gaterwegbrücke in Duisburg laufen schon

Die Brücke wurde 1971 fertiggestellt und hat noch eine Lebensdauer von rund zehn Jahren.

Die Brücke wurde 1971 fertiggestellt und hat noch eine Lebensdauer von rund zehn Jahren.

Foto: Ferdi Seidelt / Seidelt

Duisburg-Rheinhausen.  Bei der Planung und Umsetzung einer neuen Gaterwegbrücke sieht die Stadt Duisburg sogar noch einen zeitlichen Puffer von zwei Jahren.

Akute Gefahr besteht nicht. „Die Gaterwegbrücke ist in keinem kritischen Zustand“, versicherte Andreas Kossen in der Sondersitzung der Bezirksvertretung zur Zukunft dieses 1971 fertiggestellten Bauwerks, das aber für den Verkehr des Logistikstandortes von zentraler Bedeutung ist. Auch der Zeitplan für die Sicherstellung des Verkehrs von und zu Logport steht. „Wir haben noch einen Puffer von zwei Jahren, bis 2030 die Restlaufzeit der Brücke abgelaufen ist“, sagt Kossen, der im Amt für Stadtentwicklung für das Projektmanagement verantwortlich ist.

Die meisten Details sind aber derzeit noch offen. Schon jetzt sei ein Wirtschaftlichkeitsgutachten in Auftrag gegeben worden, das klären soll, ob eine Sanierung der Brücke sinnvoll sein könnte oder ob ein Neubau zwingend ist. Für Marcus Mellenthin von der SPD ist das Ergebnis der Prüfung längst klar. Ähnliches habe er schon häufiger erlebt. „Am Ende mussten die Brücken immer neu gebaut werden.“ Eine Ertüchtigung könne einen Neubau auch nur um wenige Jahre verzögern. Außerdem sei für die nächsten zehn Jahre noch mit einer Verdopplung des Lkw-Aufkommens zu rechnen, da Logport noch längst nicht alle Kapazitäten ausgelastet habe.

Eine Spur wird mit einer Leitplanke blockiert

Die letzte Verkehrszählung der Stadt stammt aus dem September 2017. Damals wurden in den vier Stunden von 15 bis 19 Uhr in beiden Richtungen knapp 3000 Fahrzeuge gezählt, von denen es sich ungefähr bei einem Viertel um Lkw mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen gehandelt habe. Die letzte Hauptprüfung habe es, so Kossen, im Oktober 2016 gegeben. Dabei wird neben der aktuellen Berechnung auch der zukünftig zu erwartende Schwerlastverkehr berücksichtigt. Das Ergebnis der statischen Berechnung werde zudem noch von einem externen Gutachter überprüft. 2018 habe man dann entschieden, dass die jeweils linke Spur für den Schwerlastverkehr gesperrt werden muss und habe ein Überholverbot ausgeschildert.

Die Trucker ignorieren das Verbot

Nach eineinhalb Jahren ist aber klar, dass sich die Trucker an dieses Verbot nicht halten. „Man muss gar nicht lange warten. Auch beim letzten Ortstermin waren nach ein paar Minuten auf beiden Spuren Lastwagen zu sehen“, erzählt Kossen. An einer baulichen Lösung, um den Prozess der Materialermüdung zu verlangsamen, führe also kein Weg vorbei. Die linken Spuren sollen nun, wie bereits an anderen Brücken, durch feste Leitplanken gesperrt werden. Das soll für 110.000 Euro noch im ersten Quartal dieses Jahres erfolgen. Das Überfahren der linken Spuren sei für das Bauwerk besonders belastend, weil die Pfeiler rechts stehen.

Drei Sichtkontrollen im Jahr

Zwischen den Hauptprüfungen, die im Sechs-Jahres-Turnus abgewickelt werden, gibt es drei Mal im Jahr Kontrollen ohne Hilfsmittel, bei denen etwa Schweißnähte auf Risse untersucht werden. Kontinuierlich soll die Verwaltung die BV über den Fortgang des Planungsprozesses auf dem Laufenden halten. Wichtig ist der Politik insbesondere, dass Friemersheim und auch andere Ortsteile Rheinhausens (über die Lindenallee) durch Schleichverkehre nicht noch zusätzlich belastet werden.

Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger WestenDeshalb sei es auch zentral, dass entweder eine Behelfsbrücke gebaut oder beide Seiten der Brücke nacheinander wie bei der A-40-Brücke gebaut werden, so dass die Verkehre auf die Gegenseite umgeleitet werden können. Mit Anträgen versuchte die Politik dem, was die Verwaltung ohnehin schon in Gang gebracht hat, Nachdruck zu verleihen. Ob es dann im Antrag heißt, dass mit den Planungen unverzüglich zu beginnen sei (CDU) oder dass der Bau spätestens 2030 fertig sein soll (SPD), zeigt nur, dass die Kommunalwahl nicht mehr fern ist.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben