Leihräder

Plus 70 Prozent! Metropolrad Ruhr meldet Rekordjahr

Der Super-Sommer 2018 dürfte mit seinem guten Wetter die Ausleihzahlen beim Metropolrad Ruhr beflügelt haben.

Der Super-Sommer 2018 dürfte mit seinem guten Wetter die Ausleihzahlen beim Metropolrad Ruhr beflügelt haben.

Foto: Ingo Otto

Im Ruhrgebiet.   2018 gab es beim Verleihsystem im Ruhrgebiet so viele Ausleihen wie nie zuvor. Dieses Jahr soll die komplette Fahrradflotte erneuert werden.

Neue Kooperationen haben es möglich gemacht und auch der vergangene Super-Sommer dürfte mit seinem Radfahr-Wetter seinen Teil beigetragen haben: Das Verleihsystem Metropolrad Ruhr meldet für 2018 ein neues Rekordjahr. Wie Betreiber Nextbike berichtet, gab es rund 460.000 Ausleihen – etwa 70% mehr als im Jahr 2017. „Das hat richtig eingeschlagen“, sagte Dennis Steinsiek von Nextbike im Gespräch mit der Redaktion.

Nextbike bietet die Räder mit dem orange-weißen Logo seit 2010 in insgesamt zehn Revier-Städten an. 332 Verleihstationen verteilen sich aktuell über die Region. Mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) war der Betreibervertrag erst Ende 2018 um weitere fünf Jahre verlängert worden. Mit der TU und der FH Dortmund kamen weitere Kooperationspartner ins Boot – die Hochschulen Nummer neun und zehn beim Metropolrad. Studenten dort radeln zu vergünstigten Konditionen. Die hohen Ausleihzahlen gerade an den Hochschulstandorten zeigten, wie wichtig die Zielgruppe sei, heißt es bei Nextbike.

Weitere Partner gesucht

Sorgen bereiten in einigen Städten immer noch Diebstähle und Zerstörungen. Für das laufende Jahr gibt es große Pläne – die komplette Radflotte soll gegen neue Modelle mit integriertem Schloss und eingebautem GPS-Sender ausgetauscht werden. „Das wird eine Millioneninvestition, da suchen wir auch noch Partner“, sagte Steinsiek. In Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund will man zudem sogenannte „Free-Floating-Zonen“ einrichten, in denen das Abstellen von Rädern auch außerhalb der Stationen möglich ist.

Wie war die Entwicklung in den einzelnen Städten? Ein Überblick:

  • In Duisburg (32 Stationen) stehen zwar vergleichsweise wenige Räder, nämlich 170. Mit 130.243 Ausleihen (+57%) gegenüber dem Vorjahr gab es aber sehr hohe Ausleihzahlen. Duisburg ist nach Dortmund der zweitstärkste Standort. Wie Nextbike berichtet, soll es auch 2019 wieder ein Mitarbeiterrad für die Stadtverwaltung geben. Zudem gebe es den Wunsch, das Gelände der Uni mit Stationen einzubeziehen.
  • In Oberhausen (21 Stationen) bewegen sich die Ausleihen noch auf einem niedrigen Niveau, aber mit klar positiver Tendenz. 2591 Ausleihen in 2018 bedeuten immerhin 70% mehr als im Vorjahr. Beim Mitarbeiterrad, das zwar „grundsätzlich angenommen“ werde, sieht Nextbike noch Ausbaupotenzial.
  • In Mülheim (30 Stationen) gab es einen Anstieg von 32% auf nunmehr 15.200 Ausleihen. Nextbike spricht davon, dass die Zahlen „sehr zufriedenstellend“ seien. Aktuelle Pläne? Im Gespräch sind neue Stationen am Stadtviadukt und am Campus der Hochschule Ruhr-West, um die Potenziale des Radschnellweges Ruhr zu nutzen, der sich dort – Bauabschnitt für Bauabschnitt – auf Duisburg zubewegt. Mit dem Wohnungsunternehmen MWB gibt es einen langfristigen Werbepartner.
  • In Essen (62 Stationen) stieg die Zahl der Ausleihen um 46% auf 66.756. Man habe die „erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre“ vor allem durch die langfristigen Kooperationen mit der Ruhrbahn, der Uni und der Folkwang-Hochschule fortsetzen können, heißt es bei Nextbike. Rund um die Uni entstanden neue Stationen.
  • Bottrop (sieben Stationen) ist auf der Metropolrad-Landkarte noch ein eher zartes Pflänzchen. Die Zahl der Ausleihen stieg um 16% auf 800. Der Betrieb laufe „stabil und unauffällig“, heißt es bei Nextbike. Mit der Stadtverwaltung stehe man in ständigem Kontakt. Zeitweise stünden einige Stationen leer.
  • In Bochum (77 Stationen) gibt es noch Probleme, Nextbike spricht von „verschiedenen Optimierungsbedarfen“. Zwar stieg die Zahl der Ausleihen um 27% auf nunmehr 95.280. Allerdings gab es oftmals leere Stationen, und das obwohl laut Nextbike mehr als 500 Leihräder in der Kommune unterwegs sind. Ursache sei gewesen, dass viele Räder in Reparatur waren. Ab Juni 2019 will Nextbike die Reparaturen nun selbst übernehmen, bisher sei ein Dienstleister dafür zuständig gewesen.
  • In Gelsenkirchen (19 Stationen) legten die Ausleihen um 32% auf 2.936 zu. Mit der Westfälischen Hochschule wurde der Vertrag zu neuen Konditionen verlängert. Pläne? Am Rathaus Buer soll die Metropolrad-Station in diesem Jahr in eine Mobilstation integriert werden - mit Taxistand, mehreren Bus- und einer Straßenbahnhaltestelle.
  • In Herne (sieben Stationen) gibt es seit dem vergangenen Jahr einen Campus der Fachhochschule. Dieser lasse sich durch die Platzierung einer Station ins Metropolrad-Netz integrieren, heißt es bei Nextbike. Die Ausleihzahlen stiegen satte 238% auf 2021.
  • Dortmund (70 Stationen) ist der nunmehr stärkste Standort. Die Zahl der Ausleihen stieg um 173% auf 137.076 – eine Folge der neuen Kooperationen. Die etwa 400 Leihräder in der Stadt seien ständig in Bewegung, heißt es bei Nextbike. In Hombruch und Brackel sollen neue Stationen entstehen. Wie in Bochum will Nextbike auch in Dortmund Räder künftig selbst reparieren.
  • In Hamm (fünf Stationen) ist das neue Fahrradmodell schon im Einsatz. Durch die Einführung des Fahrradverleihsystems an der Hochschule Hamm-Lippstadt sind die Ausleihzahlen in die Höhe geschnellt – auf 7109, ein sattes Plus von 248%.

Weitere Informationen zum Metropolrad Ruhr gibt es hier.

>>> 2020 FEIERT DAS METROPOLRAD DEN 10. GEBURTSTAG

Betreiber Nextbike blickt schon weiter. Im nächsten Jahr feiere das Metropolrad Ruhr den zehnten Geburtstag, und der Regionalverband Ruhr blicke auf sein 100-jähriges Bestehen zurück (inklusive Vorgängerorganisationen). Da bieten sich laut Nextbike „Chancen, das Verleihsystem auf weitere Städte auszudehnen“. Interesse gibt es dem Vernehmen nach beispielsweise in Hagen, Gladbeck und Witten.

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