Gericht

Prozess gegen Hochstapler: „Earl of Bristol“ gesteht

Symbolbild. Der 25-Jährige soll in mehr als 60 Fällen unter falschem Namen aufgetreten sein.

Symbolbild. Der 25-Jährige soll in mehr als 60 Fällen unter falschem Namen aufgetreten sein.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Mönchengladbach.  Sein Hang zum Luxus hat einen 25-Jährigen aus Neuss nun wegen Hochstapelei vor Gericht gebracht. Er gab sich als britischer „Earl“ aus.

Nach langem Leugnen hat ein auch als „Earl of Bristol“ bekannter Hochstapler vor dem Landgericht Mönchengladbach ein Geständnis abgelegt. Der 25-Jährige gab am Donnerstag in dem Berufungsprozess pauschal alle Vorwürfe zu.

Laut Anklage hat der mehrfach vorbestrafte Hauptschulabbrecher zwischen November 2018 und August 2020 in mehr als 60 Fällen unter falschen Namen oder auf Kosten anderer Luxushotels gebucht, Häuser und Appartements angemietet und Luxusautos geordert. Der Schaden wird auf 80.000 Euro beziffert.

Mutmaßlicher Hochstapler: Geständnis bringt ihm Straf-Vergünstigung

„Ich war in einem Tunnel“, sagte der jugendlich wirkende Angeklagte kaum hörbar hinter seiner Maske. „Ich wollte etwas darstellen, was ich nicht war.“ Für ein Geständnis hatte ihm das Gericht eine Haftstrafe von nicht mehr als vier Jahren zugesagt. In erster Instanz war er wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Fahrens ohne Führerschein zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Mit seinem Geständnis hat der aus Neuss stammende Mann seiner von der Richterin so bezeichneten „leidgeprüften damaligen Lebensgefährtin“ eine erneute Aussage vor Gericht erspart. Sie war ebenfalls auf den angeblichen englischen Adligen hereingefallen. „Ich bereue, was ich ihr und auch meiner Familie, die ich im ersten Prozess verleugnet habe, angetan habe“, sagte der Angeklagte nun.

Angeblicher „Earl of Bristol“ verleugnete vor Gericht sogar seinen Vater

Der selbst ernannte „Earl“ hatte behauptet, er sei der Sohn eines 2012 gefallenen britischen Adligen. Vor Gericht hatte er sogar seinen eigenen Vater, der als Zeuge aussagte, verleugnet. Bisher hatte er sich immer zu Unrecht verfolgt gesehen und behauptet, Opfer von Computerbetrügern geworden zu sein.

Für den 9. Dezember sind Plädoyers sowie das Urteil geplant. (dpa)

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