Günstig Wohnen

Rhein-Kreis Neuss will Sozialwohnungsbau ankurbeln

Jedes Jahr müssten im Rhein-Kreis Neuss laut einer Bedarfsanalyse 343 geförderte Wohnungen entstehen.

Jedes Jahr müssten im Rhein-Kreis Neuss laut einer Bedarfsanalyse 343 geförderte Wohnungen entstehen.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Rhein-Kreis Neuss.  Der Neusser Landrat Petrauschke regt die Gründung einer Gesellschaft an, die im Auftrag der Kommunen Sozialwohnungen errichtet - und verwaltet.

Der Rhein-Kreis Neuss will bei der Schaffung von dringend benötigtem, preisgünstigem Wohnraum neue Wege gehen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) hat die Gründung einer Gesellschaft angeregt, die auf Bestellung der Kreis-Kommunen geförderten Wohnraum bauen und auch die Wohnungsverwaltung übernehmen soll. Die Gesellschaft soll dabei aber kein eigenes Personal haben. Ein schon am Wohnungsmarkt aktives Unternehmen soll ihre Geschäfte übernehmen.

Der Rhein-Kreis Neuss wächst - von 437 732 Einwohnern im Jahr 2011 auf zuletzt 450 175 (Stand: Sommer 2018) und wird das Prognosen zufolge auch weiterhin tun. Günstiger Wohnraum aber ist knapp. Und der preisgebundene Wohnungsbestand im Kreisgebiet wird bis zum Jahr 2030 von 11.665 auf 7.930 Wohnungen sinken, ein Minus von fast genau einem Drittel. Vor allem in Neuss, Meerbusch, Jüchen, Korschenbroich und Grevenbroich wird die Zahl der Sozialwohnungen zurückgehen. Einer Bedarfsanalyse zufolge müssten kreisweit jährlich 343 geförderte Wohnungen entstehen, tatsächlich waren es im vergangenen Jahr 63.

Kommunen können Leistungen bestellen

An Fördermitteln, also am Geld scheitert es nicht. „Es musste noch kein Antrag wegen nicht ausreichender Mitteln abgelehnt werden“, erklärte Landrat Petrauschke an diesem Dienstag (18. Juni 2019). Es hakt viel mehr daran, dass nur die große Stadt Neuss mit ihrem Bauverein über einen eigenen Akteur verfügt, der Sozialwohnungen errichtet, die kleineren Kommunen aber nicht. Da soll künftig die neue Gesellschaft in die Bresche springen. Bei ihr sollen die Kommunen dem jetzt vorgestellten Konzept zufolge gezielt Architektur-, Bau- und Wohnungsverwaltungsleistungen buchen können, während die Grundstücke im Eigentum der Kommunen verbleiben.

Per Geschäftsbesorgungsvertrag soll eine bereits bestehendes Unternehmen die Geschäftsführung übernehmen. Landrat Petrauschke führt den Angaben dazu bereits Gespräche mit der benachbarten Kreisbau Mönchengladbach. Mit der Planung und dem Bau einzelner Objekte können dem Konzept zufolge unterschiedliche Akteure am Wohnungsmarkt entsprechend der dort freien Kapazitäten beauftragt werden. Wichtig aus Sicht von Petrauschke an dem Modell: „So kann die Gesellschaft schnell an den Start gehen, muss nicht erst Fachwissen aufbauen, ist flexibel und auch schon bei einer geringen Anzahl an Wohneinheiten handlungsfähig und trägt sich finanziell.“

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