Rheinpegel

Rheinpegel ist wieder normal - Sorge vor neuem Niedrigwasser

Archivbild. Der Rhein führt derzeit mehr Wasser als noch vor einer Woche und liegt laut Experten derzeit auf Normal-Niveau für die Jahreszeit. Doch stabil ist die Lage beim Wasserstand mit Blick auf die kommenden Woche nicht.

Archivbild. Der Rhein führt derzeit mehr Wasser als noch vor einer Woche und liegt laut Experten derzeit auf Normal-Niveau für die Jahreszeit. Doch stabil ist die Lage beim Wasserstand mit Blick auf die kommenden Woche nicht.

Foto: dpa

Duisburg.   Der Regen der vergangenen Tage hat den Rheinpegel nach monatelangem Niedrigwasser endlich deutlich gehoben. Doch das ist wohl nicht von Dauer.

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Rheinschiffer können derzeit aufatmen: Nach monatelangem Niedrigwasser ist der Rheinpegel am Niederrhein innerhalb von einer Woche deutlich gestiegen. Schiffe können derzeit zumeist wieder die volle Menge an Ladung aufnehmen. An den Pegeln in Duisburg und Düsseldorf standen am Mittwoch jeweils fast drei Meter Wasserstand an. "Wir sind im Normalbereich für diese Jahreszeit", hieß es dazu beim Wasserstraßenamt Duisburg-Rhein am Mittwoch auf Nachfrage. Doch das ist wohl nicht von Dauer.

"Wir müssen mit einem neuen Niedrigwasser rechnen. Die Tendenz für die kommende Woche zeigt nach unten", sagt Jan Böhme, Gewässerkundler beim Wasserstraßenamt, mit Blick auf die Wettervorhersagen und verschiedene Rechenmodelle zur Entwicklung des Wasserstands.

Rhein-Wasserstand könnte in den nächsten Tagen wieder um einen Meter sinken

Gut für die Schifffahrt ist, dass die meisten Schiffe derzeit am Niederrhein wieder voll beladen fahren können. Zuletzt hatte das Niedrigwasser etwa zu Engpässen an Tankstellen in NRW geführt. Die Fahrrinnen haben aktuell an allen Pegel-Messstellen mehr als vier Meter Wassertiefe, sagt Böhme. Weit im Voraus planen lasse sich damit jedoch für Transportunternehmen derzeit nicht: "Der Wasserstand wird innerhalb der kommenden Woche womöglich wieder um einen Meter sinken", sagt Böhme. Das brächte Schiffen erneut Einschränkungen bei der Ladekapazität.

Innerhalb der vergangenen sechs Tage schwankte der Wasserstand extrem. Der Pegel Emmerich stand noch vor einer Woche bei knapp 25 Zentimetern. Am Mittwoch war er bei 2.44 Metern. Laut Prognose dürfte er noch bis Samstag um einige Zentimeter steigen, bis er etwa ab Wochenbeginn wieder deutlich sinkt.

Auf den Regen kommt es an - in Baden-Württemberg

"Wichtig für einen stabilen Wasserstand des Rheins ist Regen", erklärt Böhme. Vor allem in den Rhein-Einzugsgebieten in Baden-Württembeg und Rheinland-Pfalz müsste es möglichst anhaltend regnen. "Der Regen am Niederrhein hat für den Rhein hier keinen nennenswerten Effekt, weil es schnell abgeflossen ist", sagt Böhme. In der Fahrrinne liegt die Fließgeschwindigkeit des Rheins derzeit etwa bei ein bis zwei Metern in der Sekunden; das sind zwischen vier und acht Stundenkilometer. Bei Hochwasser werden laut Böhme maximal elf Stundenkilometer Strömung am Niederrhein gemessen.

Seit Juni hat die Trockenheit zu einer extrem langen Niedrigwassersphase im Rhein geführt, die so laut Böhme, nicht erwartet worden war. Die Hoffnungen liegen nur vor allem mit Bick auf die Zeit zwischen dem kommenden Januar und März, wenn es gewöhnlich viel Niederschlag gibt und auch die Schneeschmelze in den Alpen den Wasserspiegel des Rheins hebt. Prognosen aber reichten nicht so weit in die Zukunft, erklärt Böhme: "Wir können nur etwa eine Woche nach vorne schauen".

Die aktuellen Pegelstände deutscher Wasserstraßen sind hier zu finden.

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