Corona-Pandemie

Roma-Beerdigung führte zu Großeinsatz in Leverkusen

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Bereitschaftspolizei sicherte am Freitag einen Leverkusener Friedhof. Grund ist die Beerdigung eines Mitglieds einer Großfamilie, bei der die Stadt einen Massen-Andrang befürchtet.

Bereitschaftspolizei sicherte am Freitag einen Leverkusener Friedhof. Grund ist die Beerdigung eines Mitglieds einer Großfamilie, bei der die Stadt einen Massen-Andrang befürchtet.

Foto: Oliver Berg / dpa

Leverkusen.  Die Stadt Leverkusen befürchtete am Freitag massive Corona-Verstöße. Grund war die Beerdigung eines Mitglieds einer Großfamilie.

Die Beerdigung eines Mitgliedes einer Roma-Großfamilie hat am Freitag zu einem Großeinsatz von Ordnungsdienst und Polizei in Leverkusen geführt. Gäste wurden aus dem In- und Ausland erwartet. Der betreffende Friedhof wurde gesperrt und wurde nur dem „engsten Familienkreis“ des Toten geöffnet, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

„Wir sind auf alles vorbereitet“, kündigte die Stadtsprecherin im Vorfeld an. Zusammen mit der Polizei sei ein Sicherheitskonzept erarbeitet worden, sagte sie. Der betreffende Friedhof liegt im Stadtteil Reuschenberg unweit der Autobahn A3. Er sei abgesperrt worden, die Polizei half dabei mit, den Zugang zu regeln. (Textlink)

Stadt Leverkusen erlaubt nur je 25 Erwachsene und Kinder bei Trauerfeiern

Bei der 7-Tages-Inzidenz lag Leverkusen am Freitag laut dem Robert-Koch-Institut zwar bei 89,8, dies sei laut Stadt jedoch nur eine Momentaufnahme und könne „jederzeit wieder ansteigen“, sagte die Sprecherin. Am Donnerstag waren insgesamt 17 Neuinfektionen gemeldet worden. Die Stadt hat knapp 184.000 Einwohner.

Bei der Stadt Leverkusen bewertet man das örtliche Infektionsgeschehen als „dynamisch“ (externer Link) und hatte vor dem Hintergrund der angekündigten Roma-Beerdigung am Donnerstag eine Allgemeinverfügung veröffentlicht, die bis 18 April gilt, um Verstöße gegen Corona-Schutzmaßnahmen abzuwehren: Demnach sind bei Bestattungen unter freiem Himmel aktuell höchstens 25 Erwachsene erlaubt und 25 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre.

Straßensperren am Friedhof mit Zugangskontrollen

Der Ordnungsdienst der Stadt hatte an Zufahrtsstraßen zum Friedhof Sperren eingerichtet für Zugangskontrollen. Zudem hatte die Stadt die Polizei im Rahmen der Amtshilfe ersucht, mit Kräften zu unterstützen.

Die Beerdigung war für 12 Uhr am Freitag angemeldet und hatte laut Stadt mit etwas Verspätung begonnen. Gegen 13.30 Uhr war die Lage jedoch ruhig, sagte Stadtsprecherin Ariane Czerwon. Einige wenige der Trauergäste hätten am Zugang zum Friedhof abgewiesen werden müssen, sagte Czerwon. Die Trauergäste hätten sich laut Stadt „an alle Auflagen und Regeln gehalten.“

Laut Stadt sei es im Vorfeld ungewiss gewesen, inwieweit sich die Lage tatsächlich am Friedhof zuspitzen würde. Eine Trauerfeier sei dort nicht vorgesehen gewesen, nur die Beerdigung des Roma-Angehörigen. Inwieweit es an anderer Stelle in der Stadt oder andernorts am Freitag noch eine Trauerfeier gebe, wüssten die Behörden nicht, sagte Czerwon: „Wir haben das aber im Blick“, erklärte sie. Polizei und Ordnungsamt seien auch nach der Beerdigung weiter im Umfeld der Familie präsent.

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