Verkehr

Sanierung der A 59: Ein 10-Punkte-Plan für den Verkehr

Autos stauen sich auf der A 59  in Höhe Duisburg Zentrum. Die Autobahn ist wegen eines Autobrandes unterder „Meidericher Brücke“ gesperrt.

Autos stauen sich auf der A 59 in Höhe Duisburg Zentrum. Die Autobahn ist wegen eines Autobrandes unterder „Meidericher Brücke“ gesperrt.

Foto: Ilja Höpping

Duisburg.   Die IHK Duisburg fordert ein schnelles und flexibles Vorgehen von der Stadt bei Baustellen und stellt nun mögliche Maßnahmen vor.

Der Schaden unter der „Meidericher Brücke“, ausgelöst durch einen Brand vor einer Woche, macht dem Duisburger Handel schwer zu schaffen. Bis zum Jahresende sollen die Sanierungsarbeiten noch dauern. Unternehmen und Bürger müssen bis dahin mit erheblichen Einschränkungen im Verkehr rechnen.

Die IHK fordert nun von der Stadt ein schnelles und flexibles Handeln und hat zehn mögliche Maßnahmen zur Verbesserung des Wirtschaftverkehrs vorgelegt. Ihnen geht es dabei nicht nur um die Erreichbarkeit des Hafens und der Industriegebiete, sondern vor allem um den Einzelhandel in der Duisburger Innenstadt.

Die Kammer sieht durch die vielen Baumaßnahmen gerade auf diese Branche hohe Einbußen zukommen. „Von den Sperrungen der letzten Jahre wissen wir, dass auch der Handel unter den Verkehrsbeschränkungen stark leidet. Deshalb braucht Duisburg einen 10-Punkte-Plan für den Wirtschaftsverkehr“, erläutert Dr. Stefan Dietzfelbinger, IHK-Hauptgeschäftsführer.

Prioritäten setzen

Sperrungen der A 59 in den letzten Jahren, hätten gezeigt, dass gerade der Einzelhandel Umsatzeinbußen von zehn bis zwanzig Prozent verkraften muss, sagt Ocke Hamann, Experte für Verkehrsthemen bei der IHK Duisburg. Dabei ist die Baustelle auf der A 59, neben zahlreichen Baustellen in der Stadt selbst, nur der Gipfel des Eisberges.

Deshalb fordert die IHK in ihrem 10-Punkte-Plan beispielsweise eine Beschleunigung der Baumaßnahme an der Koloniestraße, der Cölve-Brücke und dem Kalkweg bzw. der Wedauer Straße. Gegebenenfalls müssten Baumaßnahmen mit geringerer Priorität verschoben werden, um den Verkehr nicht noch mehr zu belasten, heißt es in dem Schreiben.

Baustellenmanager gefordert

„Unsere Region braucht intakte Straßen und Brücken. Das geht nicht ohne Baustellen und Verkehrsbeeinträchtigungen“, erklärt Dietzfelbinger.

Eine weitere Forderung der IHK ist, das Baustellenmanagement zu verbessern und einen Baustellenkoordinator einzusetzen. Unterstützung bekommt die IHK in diesem Punkt von der SPD und CDU. Die haben in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses einen Prüfauftrag an die Verwaltung auf den Weg gebracht zur Einsetzung eines Baustellen-Managers im technischen Dezernat. Für CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler ist diese Maßnahme „überfällig“. Gerade in den letzten zwei Jahren hätte sich die Zahl der Baustellen in Duisburg und damit auch die Zahl der Staus, Engpässe, Umleitungen und Schleichwege durch Wohngebiete „stark erhöht.“

Ampelphasen verlängern

Die IHK schlägt außerdem vor, die Systeme der Ampelschaltungen, kurzfristige anzupassen „und Ampelphasen, wenn nötig, verlängern“, schlägt Hamann vor.

Auf Anfrage dieser Redaktion wies die Stadt darauf hin, dass es bereits ein Baustellenmanagement gibt und auch eine Vielzahl „an Maßnahmen auf den Weg gebracht worden sind, die sich in vielen Punkten auch mit den Forderungen der IHK decken“, erklärt Jörn Esser, Pressesprecher der Stadt. So seien zum Beispiel verlängerte Grünphasen kurzfristig geschaltet worden.

Nun verschafft aber erst einmal die Freigabe von zwei Spuren je Richtung der der A 59 am 1. Mai den Auto- und Lkw-Fahrern zumindest ein Stück weit wieder einen besseren Zugang zur Stadt.

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