Neues Projekt

Schaf- und Ziegenhaltung in NRW werden untersucht

Je 15 schaf- und ziegenhaltende Betriebe werden noch gesucht.

Je 15 schaf- und ziegenhaltende Betriebe werden noch gesucht.

Foto: Lukas Schulze / FUNKE Foto Services

An Rhein und Ruhr.  Landwirtschaftskammer und Verbände suchen Betriebe, die bei dem Projekt mitmachen wollen. Es gibt keine Zahlen über Einkünfte und Vermarktung.

Viele Schäfer in NRW sorgen sich aufgrund verschiedener agrarpolitischer Entscheidungen um ihre Zukunft. Die Landwirtschaftskammer will die Schaf- und Ziegenhaltung nun fit für die Zukunft machen. Deswegen startet sie gemeinsam mit dem Schafzuchtverband sowie den Ziegenzuchtverbände ein neues Projekt, das von der EU gefördert wird. Dabei, erklärt Projektleiterin Fides Lenz, geht es darum, die wirtschaftliche Lage der Betriebe zu erfassen, um dann gemeinsam zu überlegen, wo etwas verbessert werden kann. „Bislang haben wir keine Daten zur Beurteilung der Arbeitsbelastung und wirtschaftlichen Lage von schaf- und ziegenhaltenden Betrieben in NRW“, sagt Lenz.

Es gebe auch kaum Zahlen, wie viele Schäfer und Ziegenhalter es überhaupt im Bundesland gebe. Diese würden aber wertvolle Dienste für den Natur- und Artenschutz – beispielsweise bei der Pflege von Deichen – leisten, die meist nicht entlohnt würden. Auch die Vermarktung der Produkte sei oft unbefriedigend. „Da es dazu aber keine Kennzahlen gibt, haben die Betriebe keine Argumentationsgrundlage gegenüber der Politik“, erklärt Lenz.

Auch Nebenerwerbsbetriebe können sich beteiligen

Das soll sich mit dem Projekt ändern. Dafür werden noch Betriebe gesucht, die mitmachen wollen – je 15 Betriebe mit Schafen und 15 mit Ziegen. Auch Nebenerwerbsbetriebe, die an einer Auswertung ihrer betriebswirtschaftlichen Situation interessiert sind, können teilnehmen.

Die Daten werden vertraulich behandelt, die Betriebe erhalten zudem kostenlos ein individuelles Konzept und können sich bei den jährlichen Treffen mit anderen Teilnehmern austauschen. „Für die Betriebe gibt es keine Nachteile, sie müssen sich nur Zeit nehmen“, so Lenz.

Auch konkrete Zahlen über Herdenschutzmaßnahmen im Wolfsgebiet

Auch Nachhaltigkeit, Vermarktungswege von Milch, Fell und anderen Erzeugnissen sollen von den Beratern der Kammer gemeinsam mit den Tierhaltern entwickelt werden. Der Landservice der Kammer plant dazu auch den Aufbau einer Plattform für Schaf- und Ziegenprodukte, auf der jeder Betrieb vorgestellt werden soll. Das Projekt läuft bis Ende 2022, dann sollen die Ergebnisse zu allgemein nutzbaren Kennzahlen anonymisiert werden.

„Daraus entsteht dann ein Maßnahmenhandbuch für eine zukunftsfähige Schaf- und Ziegenhaltung“, erklärt Lenz. „Das Projekt trägt so bestenfalls zur Existenzsicherung dieser Berufe bei, die in den letzten Jahren viele unterschiedliche Probleme hatten.“ Die Leiterin erhofft sich auch konkrete Zahlen zu Arbeitsaufwand und Herdenschutzmaßnahmen, wenn in der Nähe ein Wolf lebt. „Darüber wissen wir bislang ebenfalls viel zu wenig.“

Mehr Infos gibt es bei der Kammer per Mail: Fides.lenz@lwk.nrw.de

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