Arbeitsagentur

Schönefeld regt finanzielle Anreize für Weiterbildung an

Betont die Bedeutung von Weiterbildung: Christiane Schönefeld vom Vorstand der Bundesagentur für Arbeit.

Betont die Bedeutung von Weiterbildung: Christiane Schönefeld vom Vorstand der Bundesagentur für Arbeit.

Foto: Handout / dpa

Nürnberg.  Weiterbildungsangebote an die Frau oder den Mann zu bringen, ist oft nicht einfach. Für Hartz-IV-Empfänger ist ein Ein-Euro-Job oft attraktiver.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will im laufenden Jahr noch stärker in Weiterbildung investieren. Deutschlandweit stehen dafür 1,9 Milliarden Euro bereit, aus denen bei entsprechender Nachfrage aus den Regionaldirektionen noch 2,1 Milliarden Euro werden könnten. „Höhere Qualifikation verspricht eher einen sicheren Bestand am Arbeitsmarkt“, sagte BA-Vorständin Christiane Schönefeld gegenüber der Redaktion (20. Februar 2020).

Künftig sei zum Beispiel beabsichtigt, mehr Weiterbildungsangebote begleitend zu Kurzarbeit zu finanzieren. Auch Qualifizierung Beschäftigter spiele eine wachsende Rolle. Die in der BA-Zentrale in Nürnberg u. a. für Finanzen zuständige Schönefeld verwies darauf, dass bei Arbeitgebern ein Umdenken eingesetzt habe. Diese stellten zunehmend auch Mitarbeiter ein, die nicht zu 100 Prozent den Anforderungen entsprechen und dann weiterqualifiziert werden müssten. Im Gespräch mit der Redaktion betonte die BA-Vorständin zudem ganz allgemein die Bedeutung von Weiterbildung: „In Zeiten der Digitalisierung ändern sich die Anforderungen an den Menschen.“

Besonders deutlicher Anstieg in NRW

Bundesweit hatte die Agentur die Weiterbildungsausgaben in den vergangenen Jahren bereits stetig gesteigert – von 1,067 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 1,482 Milliarden im Jahr 2019. Diesen Kurs will man beschreiten. In Nordrhein-Westfalen wuchs das eingesetzte Weiterbildungsbudget in diesem Zeitraum besonders deutlich - von knapp 220 Millionen auf zuletzt mehr als 360 Millionen Euro.

Weiterbildungsangebote an die Frau oder den Mann zu bringen, ist für Arbeitsagenturen und Jobcenter vor Ort oft nicht einfach. Schönefeld wünscht, dass auch finanzielle Anreize möglich wären. „Gesetzlich ist das bislang nicht vorgesehen.“ Derzeit seien unter bestimmten Bedingungen lediglich kleine Prämien möglich, etwa beim Erreichen einer Zwischenprüfung. Für einen Hartz-IV-Empfänger sei ein Ein-Euro-Job so oft attraktiver als ein Weiterbildungsangebot: „Da kann man sich kurzfristig etwas Geld hinzuverdienen.“

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