Zuchterfolg

Seltener Nachwuchs: Zoo Krefeld freut sich über Mini-Kaimane

| Lesedauer: 2 Minuten
Junge Kaimane sind schon kurz nach dem Schlupf wehrhaft. Wiegen und Messen ist nur mit Handschuhen möglich.

Junge Kaimane sind schon kurz nach dem Schlupf wehrhaft. Wiegen und Messen ist nur mit Handschuhen möglich.

Foto: Helle Hallmann / Zoo Krefeld

Am Niederrhein.  16 kleine Keilkopf-Glattstirnkaimane wachsen im Krefelder Zoo heran. Sie waren im Oktober geschlüpft und sind jetzt bis zu 29 cm lang.

Im Zoo Krefeld freut man sich über seltenen Nachwuchs: 16 kleine Keilkopf-Glattstirnkaimane wachsen zur Zeit heran, berichtete der Tierpark an diesem Dienstag (16. Februar 2021). Die Mini-Krokodile waren bereits Mitte Oktober geschlüpft. Sie sind mittlerweile 25 bis 29 Zentimeter groß und bringen zwischen 80 und 100 Gramm auf die Waage.

Die kleinen Kaimane befinden sich in kleinen Becken abseits des Publikums. Sie werden alle vier Wochen gemessen und gewogen, was nicht einfach ist: "Schon kurz nach dem Schlupf sind die Jungtiere mobil und zeigen Zähne", berichtet Zoo-Sprecherin Petra Schwinn.

2005 Europäische Erstzucht in Krefeld

Die kleinen Krokodile wachsen langsam, entwickeln sich aber gut. Lediglich eines bereite Sorgen, weil es bisher kaum an Gewicht zu gelegt habe: "Es wird besonders gepäppelt und hat zur großen Freude der Pfleger am vergangenen Wochenende zwei Babymäuse verzehrt", so Schwinn weiter.

Keilkopf-Glattstirnkaimane können bis zu 1,70 Meter lang werden und leben eigentlich in kleinen Bächen in südamerikanischen Tropen, zum Beispiel in Französisch-Guayana. 2005 war im Krefelder Regenwaldhaus die Europäische Erstzucht gelungen. Auch das Schlüpfen der 16 Jungtiere jetzt gilt als großer Zuchterfolg. In Europa lebt die Kaiman-Art in etwa 20 Zoos, Nachwuchs hatte es zuletzt 2017 in Usti nad Labem (Tschechien) und 2013 in Dortmund gegeben.

Eltern würden den Nachwuchs fressen

Die beiden Alttiere in Krefeld stammen aus einer Beschlagnahmung 1995 am Frankfurter Flughafen. Rund 100 Tage dauert es, bis die Jungtiere aus den Eiern schlüpfen. Im Krefelder Zoo wussten die Tierpfleger schon seit vergangenem Juni, dass "etwas im Busch ist". Da hatte das Kaiman-Weibchen begonnen, den Bruthügel im Regenwaldhaus zu bewachen.

Wie und wann die kleinen Krokodile dem Publikum nach einer Wiedereröffnung des Zoos gezeigt werden, ist noch offen: "Das kann noch dauern", sagte Zoosprecherin Schwinn auf Nachfrage der Redaktion. Das Problem: Jung- und Alttiere können nicht zusammen präsentiert werden: "Die Eltern würden die Kleinen fressen."

Krokodil ist das "Zootier des Jahres 2021"

Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) hat Krokodile zum „Zootier des Jahres 2021“ gekürt. Weltweit gibt es noch 25 Krokodil-Arten, die in den tropischen Gewässern aller Kontinente leben. Arten wie das Siam-Krokodil, der Ganges-Gavial oder das Orinoko-Krokodil gelten mittlerweile als stark gefährdet.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Niederrhein

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben