Beschwerde

Sexismus-Vorwurf gegen Werbeplakat eines Fleischhändlers

Das umstrittene Werbeplakat hängt unter anderem in Rheurdt-Schaephuysen am Niederrhein.

Das umstrittene Werbeplakat hängt unter anderem in Rheurdt-Schaephuysen am Niederrhein.

Foto: Arnulf Stoffel / dpa

Pulheim/Rheurdt.  Ein Stück Fleisch, so schön wie eine Frau – mit diesem Slogan wirbt ein Fleischhändler. Das umstrittene Plakat tauchte auch am Niederrhein auf.

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Eine Werbung eines Fleischgroßhändlers aus Pulheim bei Köln ist mit dem Sexismus-Vorwurf als Beschwerde beim Deutschen Werbe-Rat gelandet: Zu sehen ist auf einem Plakat das Bild eines freundlich lächelnden Mannes, der ein rohes Stück Fleisch schultert. Daneben der Spruch: „So schön wie eine Frau. Schmeckt nur anders.“ Darunter steht die Internetadresse des Fleischhändlers und ganz klein auch der Name des Inhabers, der selbst Modell stand.

Gegen diese Werbung in den Sozialen Medien und auf 29 Plakaten gingen 30 Beschwerden beim Deutschen Werberat ein, wie die Geschäftsführerin der Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft, Julia Busse, am Donnerstag mitteilte. Die Beschwerdeführer kritisierten demnach die „Gleichsetzung von Frauen mit Produkten.“ Die Werbung ist als sexistisch und herabsetzend empfunden worden. Unter anderem ist eines der Plakate in Rheurdt am Niederrhein aufgehangen worden.

Unternehmen will die Werbung sofort stoppen

Direkt beim ersten Kontakt habe das Unternehmen zugesagt, die Werbung sofort zu stoppen und auch in Zukunft nicht weiter zu verwenden, sagte Busse. Im Internet sei das auch sofort passiert, sagte Unternehmenssprecher Ben Bereuter. Die Plakatwerbung sollte am Donnerstag überklebt sein. Der Firmenchef habe auf humoristische Art und Weise auf die hochwertige Qualität seiner Produkte aufmerksam machen wollen, sagte Bereuter. Die Werbung habe keinesfalls diskriminierend oder sexistisch sein sollen.

Prinzipiell dürfen Frauen in der Werbung als sexy dargestellt werden, betont Julia Busse vom Werberat. Erotik an sich sei erlaubt. Bei Herabwürdigung und Diskriminierung sei die Grenze aber überschritten. Dabei kommt es immer auf den Einzelfall an. Der Werberat hat dazu einen „Leitfaden zu den zentralen Bestimmungen der Verhaltensregeln“ veröffentlich. Darin finden sich fiktive Beispiele, die kritische Werbemaßnahmen beleuchten.

Ähnliche Vorwürfe gegen Düsseldorfer Füchschen-Brauerei

Erst vor einigen Wochen hatten es in Düsseldorf einen ähnlichen Vorwurf gegen ein Unternehmen gegeben. Der Werberat beanstandete die Werbung der Altbier-Brauerei „Füchschen“ als sexistisch und forderte die Brauerei zum Handeln auf. Nachdem die Plakate ausgetauscht worden waren und das Unternehmen alle Motive auf der Internetseite und in den Social Media-Kanälen gelöscht hatte, verzichtete der Rat auf eine öffentliche Rüge.

Die kritisierten Plakate mit einer Comic-Füchsin auf einem Grillrost und dem Slogan „Medium rare oder richtig durch nehmen“ hatten bereits mehrere Wochen in Düsseldorf gehangen, bis sie durch einen Brief von 15 Politikerinnen bundesweit Beachtung fanden. Der Werberat hatte sich nach mehreren Beschwerden eingeschaltet. (dpa/mh)

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