Preisvergabe

Solidaritätspreis der NRZ: „Sie sind Mutstifter fürs Lesen“

| Lesedauer: 4 Minuten
Herzlichen Glückwunsch! Die Jury des Solidaritätspreises freut sich gemeinsam mit den Preisträgern.

Herzlichen Glückwunsch! Die Jury des Solidaritätspreises freut sich gemeinsam mit den Preisträgern.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

An Rhein und Ruhr.  Die Gewinner des diesjährigen Solidaritätspreises der NRZ und der Freddy Fischer Stiftung stehen fest. Das sind die glücklichen Gewinner.

„Lesen fördern. Gesellschaft stärken“ - das ist das Motto des diesjährigen Solidaritätspreises der NRZ und der Freddy Fischer Stiftung gewesen, passend zum Leitspruch des Jubiläumsjahrs der Neuen Ruhr/ Neuen Rhein Zeitung. Vor 75 Jahren erschien die erste NRZ. Das Motto für 2021: „Wir feiern das Lesen.“ Nun haben wir die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Solidaritätspreis gefeiert. „Der Jury ist die Auswahl nicht leichtgefallen, denn es gab viele tolle Vorschläge“, sagt NRZ-Chefredakteur und Jurymitglied Manfred Lachniet. Dennoch hat die Jury sich nun bei der Endentscheidung unter 22 Bewerbungen für vier ehrenamtliche Projekte der Leseförderung entschieden.

Die Preise wurden gestern im Essener Grugapark, im Musikpavillon, verliehen – in Anwesenheit der Jury, zu der neben Preisstifter und NRZ-Chefredakteur auch der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen, der SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim und Lydia Kiriakidou vom Verein „Klartext für Kinder“ gehören.

Mutstifter fürs Lesen

Der erste Preis ist mit 2000 Euro dotiert. Für den Zweitplatzierten gibt es 1000 Euro und es gibt noch zwei Auszeichnungen mit je 500 Euro. „Sie alle sind Mutstifter fürs Lesen“, resümiert Freddy Fischer. Seine Begeisterung für die ehrenamtlichen Projekte zeigte der Preisgeber dadurch, dass am Ende der Veranstaltung für jeden Gewinner nochmal 250 Euro Preisgeld zusätzlich gab! Herzlichen Glückwunsch!

Verein aus Kamp-Lintfort setzt während Pandemie auf digitale Leseförderung

„LesArt hat die Leseförderung in Kamp-Lintfort maßgeblich positiv verändert“, ist sich Lydia Kiriakidou sicher als sie René Schneider, dem Vorsitzenden des Vereins und Yvonne Frericks, Leiterin der Kamp-Lintforter Mediathek den ersten Preis übergibt. Vorlese-Aktionen, Bastelangebote und der literarische Salon „Aufgelesen“ - all das bietet der Verein LesArt aus Kamp-Lintfort an. Seit der Pandemie hat LesArt sein gesamtes Angebot aufs Digitale ausgebaut. „Mit frischen Ideen hat sich der Verein den Herausforderungen in Corona-Zeiten gestellt. So geht Innovation“, zeigt sich auch der zweite Laudator, Freddy Fischer, beeindruckt von dem Projekt.

Tierischer Zuhörer Rico aus Mülheim lehrt Kindern das Lesen

Ihr Zuhörer ist klein, wuschelig und kuschelbedürftig: Lesehund Rico von Besitzerin Birgit Hass. Ohne zu korrigieren, ohne Mimik und Gestik ihres Gegenübers, lesen leseschwache Grundschüler Rico regelmäßig Geschichten vor. Die Kinder sollen so die Angst vor dem Vorlesen verlieren und ihre Freude am Lesen entdecken.

Hass kann aus ihren Erfahrungen berichten, dass viele Kinder durch Rico selbstbewusster geworden und Lesehemmungen schnell ablegen. „Das ist ein ganz tolles Projekt. Vielen Dank für dieses kreative Engagement“, sagt auch Thomas Kufen und beugt sich zu dem tierischen Preisträger, um ihn mit einem Hundeleckerli zu belohnen: „Man lernt lesen einfach durchs Lesen. Auch, wenn man einfach einem Hund vorliest.“

Ehrenamtlerinnen betreiben die Dorfbüchereien in Kalkar

„Mir war die Förderung der Kleinen schon immer sehr wichtig“, sagt Sabine van Bebber-Maas. Sie ist eine der Ehrenamtlichen, die die Dorfbüchereien rund um Kalkar betreuen. Sie organisieren Buchvorstellungen, Vorlesewettbewerbe und unterstützen Büchereileiterin Dorothee Hermanns bei den Büchereiführerscheinen.

„Sie haben auch trotz Corona den Kopf nicht in den Sand gesteckt und durch die Bücherkisten, die Sie gepackt und in die Schulen und Kindergärten gebracht haben, auch in Pandemie-Zeiten, Leseförderung betrieben. Ihr unermüdlicher Einsatz für die ganz Kleinen ist beeindruckend“, ist Manfred Lachniet begeistert von dem ehrenamtlichen Engagement.

Buchtipps von den VorLesern aus Moers für Kinder in der ganzen Welt

Manche von ihnen lesen 80 Bücher im Jahr und schreiben dann auch eben genau so viele Rezensionen: Die Vorleser aus Moers. Auf dem Kinder- und Jugendbuchblog werden im Internet Rezensionen von Buch-Neuerscheinungen veröffentlicht. Bei den Vorlesern kommen die Lesetipps für Kinder von Kindern. Monika Hanewinkel hat das Projekt 2017, gemeinsam mit der Kinderjugendbuch-Jury und der Moerser Stadtbibliothek ins Leben gerufen. Seit dem sind bereits über 2192 Rezensionen auf dem Blog zu finden. „Ich finde es einfach klasse, dass Kinder andere Kinder über den Blog zum Lesen anregen und sie motivieren ein Buch in die Hand zu nehmen“, zeigt sich Ibrahim Yetim während der Preisübergabe beeindruckt von dem Projekt.

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