Elektromobilität

Stadtwerke wollen mehr Ladestationen in Düsseldorf

IHK-Chef Gregor Berghausen (links) und Stadtwerke-Geschäftsführer Udo Brockmeier nahmen gestern in der Innenstadt eine weitere Ladestationen mit zwei Ladepunkten in Betrieb.

Foto: Paul Esser

IHK-Chef Gregor Berghausen (links) und Stadtwerke-Geschäftsführer Udo Brockmeier nahmen gestern in der Innenstadt eine weitere Ladestationen mit zwei Ladepunkten in Betrieb. Foto: Paul Esser

Düsseldorf.   Der Ausbau von Ladepunkten für Elektro-Autos geht voran. Bald kommt das erste Bezahl-Modell. Derzeit mangelt es aber noch an Nutzern der E-Autos.

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Elektromobilität scheint in Düsseldorf derzeit voll im Trend zu liegen – zumindest wenn man sich den Ausbau öffentlicher Ladesäulen der Stadtwerke anschaut. Gestern wurden zwei weitere Ladepunkte in der Innenstadt eröffnet: Die IHK hat den Stadtwerken dafür zwei Parkplätze vor ihrem Gebäude am Ernst-Schneider-Platz zur Verfügung gestellt. Dort sollen Elektroautos nun in kürzester Zeit betankt werden können. Die Ladezeit könne allerdings je nach Fahrzeug und Größe des Akkus variieren, so Klaus Teske, Projektleiter für Elektromobilität bei den Düsseldorfer Stadtwerken.

Autokäufer haben kaum Interesse an der Prämie

Der Ausbau von Ladestationen findet stadtweit in großem Stil statt. Schon jetzt gibt es 80 Ladesäulen mit insgesamt 190 Ladepunkten, im Laufe des Jahres sollen 50 weitere Säulen und 20 Wandsteckdosen hinzukommen. Die Infrastruktur wird zwar immer weiter ausgebaut, allerdings bleibt fraglich, wie viele Menschen das Angebot auch nutzen. Denn von der Prämie für Elektroautos, die derzeit von der Bundesregierung ausgegeben wird und die die Nachfrage nach Elektromobilität erhöhen soll, macht bislang kaum jemand Gebrauch.

Düsseldorf bundesweit bei Elektro-Infrastruktur vorne

Bei den Stadtwerken ist man trotzdem überzeugt: „Das Thema Elektromobilität geht derzeit durch die Decke“, sagt Klaus Teske. Neben Anfragen nach öffentlichen Ladestationen meldeten derzeit auch immer mehr Düsseldorfer Interesse nach privaten Ladepunkten an. Ohne Elektromobilität werde man zudem den innerstädtischen Problemen, „wie etwa Luft- und Lärmbelastungen“ nicht Herr werden können, erklärt IHK-Vizepräsident und Stadtwerke-Chef Udo Brockmeier. Und dazu gehöre eben auch der verstärkte Ausbau der Ladeinfrastruktur in Düsseldorf – die bundesweit derzeit als eine der besten gelte: „Wir sind stolz darauf, dass die Landeshauptstadt einen führenden Platz in Deutschland bei der Anzahl der Ladepunkte einnimmt“, so Brockmeier.

Bezahlmodell für Zapfsäulen kommt noch dieses Jahr

Wie rentabel die Ladestationen für die Stadtwerke sein werden, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Dann nämlich sollen die ersten Tarife für das Tanken an der Elektro-Zapfsäule kommen. Wie die Preise aussehen werden, ist derzeit aber noch unklar: „Die Tarife kommen definitiv noch dieses Jahr, wann genau und wie viel das kosten wird, steht aber noch nicht fest“, so Projektleiter Teske.

Mit einer personalisierten Karte, die schon jetzt beantragt werden kann, wird sich dann an der Zapfsäule angemeldet. Das Kabel zum Auftanken liegt im Kofferraum des Elektroautos. Inwiefern das Tanken mit der Karte an Zapfsäulen anderer Anbieter ablaufen wird, ist derzeit noch unklar.

Die Abfahrt verschlafen – ein Kommentar von Philipp RoseIHK-Chef Gregor Berghausen (links) und Stadtwerke-Geschäftsführer Udo Brockmeier nahmen gestern in der Innenstadt eine weitere Ladestationen mit zwei Ladepunkten in Betrieb.. IHK-Chef Gregor Berghausen (links) und Stadtwerke-Geschäftsführer Udo Brockmeier nahmen gestern in der Innenstadt eine weitere Ladestationen mit zwei Ladepunkten in Betrieb.. IHK-Chef Gregor Berghausen (links) und Stadtwerke-Geschäftsführer Udo Brockmeier nahmen gestern in der Innenstadt eine weitere Ladestationen mit zwei Ladepunkten in Betrieb..

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist zwar richtig, bringt aber erst wirklich etwas, wenn Nutzer von Verbrennungsmotoren auf E-Autos umsteigen. Und da hat die deutsche Autoindustrie die Trends der letzten Jahre komplett verpennt. Während deutsche Hersteller mit Preisabsprachen und Diesel-Manipulationen beschäftigt waren, haben amerikanische Firmen wie Tesla und chinesische Autohersteller die deutsche Autoindustrie hinter sich gelassen.

Attraktiv werden E-Autos erst wirklich, wenn diese im Preis für den Kunden deutlich sinken. Eine Prämie ist da zwar schon ein guter Ansatz, allerdings fehlen derzeit noch bezahlbare Fahrzeuge deutscher Hersteller. Statt PS-starke Protzmaschinen zu basteln, die stundenlang betankt werden müssen, sollte man sich auf leichtere und günstigere Autos mit effizienteren Batterien besinnen.

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