Fußball

Verbot: Städte wollen keine Hunde auf Fußballplätzen

Andreas Grzib bedauert, dass seine Mopsdame Maja auf Oberhausener Fußballplätzen nicht mehr gern gesehen ist.

Andreas Grzib bedauert, dass seine Mopsdame Maja auf Oberhausener Fußballplätzen nicht mehr gern gesehen ist.

Foto: Andreas Grzib / Privat

An Rhein und Ruhr.  Ein Oberhausener ärgert sich über Hundeverbot auf Fußballplätzen. Hunde stellen ein Risiko dar, so die Städte. Ein Hundetrainer sieht’s anders.

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Maja hat schon ziemlich viele Fußballspiele gesehen. Doch mittlerweile nehmen die Besuche auf den Amateurfußballplätzen ab, denn Maja ist immer öfter unerwünscht. Die zehnjährige Mopsdame ist der Grund dafür, dass Andreas Grzib und seiner Verlobten Verena Wortmann der Zutritt zu den Fußballplätzen untersagt wird.

Schon seit Jahren besucht das Trio die Fußballspiele in Oberhausen und Umgebung, Andreas Grzib hat selbst Fußball gespielt, viele seiner Freunde stehen noch immer auf dem Platz. Nie sei die Begleitung durch die Mopsdame ein Problem gewesen. Aber jetzt.

Seit einem dreiviertel bis halben Jahr werde Grzib der Zugang öfters mal verweigert, wenn der Hund dabei sei. „Traditionsgemäß sind die Fußballplätze bei uns im Ruhrpott immer ein Ort für die gesamte Familie gewesen. Hunde gehören in unserer Gesellschaft nun mal auch dazu“, meint Andreas Grzib aus Oberhausen. Meistens schauen Grzib und seine Verlobte die Spiele des Kreisligisten VfR 08 Oberhausen an, aber auch von Arminia Lirich oder Blau-Weiß Oberhausen. So mancher Einlassordner schaue inzwischen genauer hin und winke ab, wenn der Hund dabei sei. Bei einem Fußballverein in der Nachbarstadt Mülheim hingegen habe Mops Maja mit gedurft. Überhaupt seien andere Städte abseits von Oberhausen aufgeschlossener, ist sein Eindruck.

Immer wieder Beschwerden über Hunde auf Sportanlagen

Vielleicht werden sie geduldet, aber ein Blick in die städtischen Satzungen zeigt: In den meisten Fällen ist es untersagt, Tiere mitzubringen.

In Oberhausen sind Hunde auf Sportplätzen laut ordnungsbehördlicher Verordnung verboten. „Auf Friedhöfen, Kinderspielplätzen, Schulgrundstücken, Bolzplätzen, Spiel- und Liegeplätzen sowie in Bade- und Sportanlagen dürfen Tiere, mit Ausnahme von Blindenführhunden, nicht mitgeführt werden“, steht unter Paragraf 4 geschrieben.

Mit dieser Regelung soll vermieden werden, dass es zu Konflikten zwischen Tierhalter und Anlagennutzer komme, schildert ein Stadtsprecher auf NRZ-Anfrage. Bei den Sportvereinen habe es „in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden über Hunde auf Sportanlagen gegeben.“

Der Vorsitzende des VfR 08 Oberhausen, Tim Ludwig, weiß um das Verbot, habe persönlich aber nichts dagegen, wenn Zuschauer ihre Hunde mitbrächten. Voraussetzung sei allerdings, dass sie an der Leine geführt werden, sagt er. Vor allem müssten Hundebesitzer aufpassen, dass die Vierbeiner ihr Geschäft nicht auf dem (Kunst-)Rasen verrichten würden. Hin und wieder sehe er auch auf seinem Vereinssportplatz Hunde. Zu Vorfällen mit Hunden oder Beschwerden sei es seines Wissens nach noch nicht gekommen.

In der Satzung geregelt

In Mülheim regelt das die Satzung für städtische Sportanlagen – allerdings mit demselben Ergebnis. Jedoch haben die Vereine, die die Sportanlagen von der Stadt gepachtet haben, es selbst in der Hand, wie sie damit umgehen.

In Duisburg dürfen Hunde der Sicherheits- und Ordnungsverordnung zufolge nicht auf einen Fußballplatz mitgenommen werden. Hintergrund sei, dass „auf von Menschen stark frequentierten Bereichen von Hunden ein erhöhtes Gefahrenpotenzial ausgeht“, wie ein Stadtsprecher auf Anfrage der NRZ mitteilt. „Gleiches gilt, da Sporttreibende bzw. sich intensiv bewegende Personen ungewollt Hunde zum Spielen animieren oder auch als Beute betrachtet werden können.“ Zu konkreten Problemen mit Hunden auf Sportplätzen sei es in Duisburg bislang noch nicht gekommen.

Hunde sind angeleint

Der Hamminkelner Hundetrainer Ralf Lügger ist hingegen nicht der Meinung, dass der Spieltrieb von Hunden auf dem Sportplatz gefördert werde. Wenn er seinem Hund befehle, sitzen zu bleiben, dann tue er das. Es könne höchstens vorkommen, dass er mal aufspringt.

Aber auch das sei seiner Einschätzung zufolge kein Problem, weil der Hund schließlich angeleint sei. Auch für den Hund würde der Besuch keinen Stress durch Bewegungen der Sportler oder durch Lärm beim Torjubel bedeuten. „Dann dürfte ich mit meinem Hund auch nicht durch eine Fußgängerzone gehen“, sagt er. Von einem Verbot auf Fußballplätzen hält er also nichts.: „Das hat früher niemanden gestört.“

Im Stadion sind Hunde nicht erlaubt

In größeren Stadien ist die Thematik in den Stadionordnungen zu finden. So ist es beispielsweise beim Fußball-Erstligisten Borussia Mönchengladbach dem Paragrafen 7 zufolge ebenso untersagt, Tiere ins Stadion mitzubringen, wie beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen.

Für Andreas Grzib dürfte das alles kein Trost sein. Seine Mopsdame ist eben in einem Alter, in dem sie nicht gut allein zuhause bleiben kann. „Wir werden mit der Stadt Oberhausen weiter darüber diskutieren, dass dieses Vorgehen unserer Meinung nach nicht korrekt ist und auch nicht im Sinne der Fußballgemeinschaft sein kann, die schließlich stets die Familien mit einbezieht“, meint Grzib.

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