Tiere

Störche kommen immer früher aus dem Süden zurück

Die ersten Störche wurden wieder am Niederrhein gesichtet

Foto: Johannes Kruck

Die ersten Störche wurden wieder am Niederrhein gesichtet Foto: Johannes Kruck

Kreis Kleve.   Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Störche. 53 Jungtiere waren es 2017 im Kreis Kleve. Vier davon wurden in Emmerich flügge, zwei in Rees.

Dank des Rings an seinem Bein lässt sich manches über den Storch berichten, der augenscheinlich als erster in der Region seinen Platz in Hönnepel schon gefunden hat: Im niederländischen Losser in der Nähe von Enschede erhielt er vermutlich kurz nach dem Schlüpfen 2012 das Erkennungszeichen, ehe es ihn nach Kalkar verschlug. Erst besetzte das Tier ein Nest in Hönnepel, dann zog es nach Wissel um und kehrte im vergangenen Jahr zurück.

Vögel kehren immer früher zurück

„Wahrscheinlich handelt es sich jetzt um den selben Storch“, sagt Biologin Bettina Blöß vom Kreis-Naturschutzzentrum in Bienen über den Vogel, der nun in dem Nest in Hönnepel, Ende Januar war’s, gesichtet wurde. Wie 2017, als dort ein weiterer, allerdings unberingter Artgenosse lebte, fliegt auch in diesen Tagen ein zweiter Storch zum Horst. „Ich kann es noch nicht mit Sicherheit sagen, aber ich vermute, dass dies Winterstörche sind, die hier überwintert haben“, so Bettina Blöß, die die Weißstörche im Kreis Kleve beobachtet.

Zwar kommen auch die Vögel, die weiterhin im Herbst wegziehen, immer früher aus dem Süden zurück. „Doch eine Rückkehr im Ende Januar ist früh. Die ersten Sichtungen gibt es in der Regel Mitte Februar“, erläutert Bettina Blöß. Viele, aber längst nicht alle, haben dann einen weiten Weg aus den warmen Gefilden in Afrika hinter sich. „Immer mehr Störche verkürzen den Zugweg und überwintern in Südfrankreich oder Spanien, wo sie beispielsweise auf Mülldeponien Futter finden“, sagt die Biologin. Durch die schnelle Rückkehr nach Westeuropa können die Tiere schon früh wieder ihre Nester besetzen und sich so gegen die größer werdende Konkurrenz behaupten.

Aus Rees und Emmerich sind ihr aktuell noch keine Storchbeobachtungen gemeldet worden. Aus dem Bereich Emmerich sind Bettina Blöß drei Nisthilfen bekannt, in Rees gibt es davon neun.

31 Brutpaare im Kreis Kleve

Das seit einigen Jahren feststellbare Wachstum der Population setzt sich im Kreis Kleve fort. Im vergangenen Jahr zählten Bettina Blöß und ihre Kollegen 31 Brutpaare im Kreis Kleve, 22 brachten erfolgreich Nachwuchs zur Welt. Insgesamt 53 Jungtiere gab es im Kreis Kleve. Dies bedeutet genauso wie die Brutpaar-Zahl einen neuen Rekord seit der ersten erfolgreichen Brut von Weißstörchen nach der Wiederentdeckung im Kreis Kleve im Jahr 1996.

Nicht ganz im Trend liegen Rees und Emmerich. „Hier war der Bruterfolg im vergangenen Jahr nicht ganz so gut“, sagt Bettina Blöß. Drei der neun Nisthilfen waren in Rees besetzt, allein im Nest in Hafen wurden zwei Störche flügge. In Millingen sei, so die Biologin, das Paar offenbar noch zu jung gewesen. „Für eine erfolgreiche Brut ist auch Erfahrung wichtig“, weiß sie, „vor allem in Hinblick auf ausreichende Nahrungsbeschaffung.“ In Emmerich waren 2017 drei der vier Nisthilfen besetzt. Eine Brut wurde abgebrochen, in Hüthum und Elten gab es jedoch erfolgreiche Bruten. Vier Jungstörche wurden erwachsen.

Der Grenze nähern

Wie viele Brutpaare maximal gleichzeitig in der Region leben und Nahrung finden könnten, lasse sich schwierig bestimmen, so Bettina Blöß. „Ich denke aber, dass wir uns der Grenze nähern.“ Noch sei jedoch ausreichend Futter vorhanden, zumal der Weißstorch beim Fressen ein „Opportunist“ ist, wie die Expertin feststellt: „Er isst alles Mögliche an Kleintieren wie z.B. Frösche und Insekten.“

Inzwischen sind auch vier Störche im Storchendorf Bislich wieder gesichtet worden.

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