Jesus Christ Superstar

Theater am Marientor: Duisburg wird wieder Musical-Standort

Das Theater am Marientor in Duisburg will in Zukunft wieder eigene Produktionen zeigen. Mit „Jesus Christ Superstar“ soll das neue Konzept starten.

Das Theater am Marientor in Duisburg will in Zukunft wieder eigene Produktionen zeigen. Mit „Jesus Christ Superstar“ soll das neue Konzept starten.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   NRW bekommt einen weiteren Musical-Standort: Das Theater am Marientor will wieder eigene Shows zeigen. Die Erste: Jesus Christ Superstar.

Wenn sich am 12. April im Theater am Marientor (TaM) der Vorhang hebt, dann ist es ziemlich genau zwanzig Jahre her, dass hier zum letzten Mal die Duisburger Inszenierung von „Les Miserables“ zu sehen war. Für die fiel der letzte Vorhang im Jahr 1999. Viele Musical-Fans an Rhein und Ruhr haben diesen Verlust lange beklagt, dürfen sich nun aber auf eine neue große Show in der Region freuen.

Denn in diesem Jahr soll dem TaM neues Leben eingehaucht werden, endlich wieder mit einer eigenen Musical-Produktion: „Jesus Christ Superstar“ kommt nach Duisburg. Vom 12. bis zum 22. April, passend zu Ostern, ist das Rockmusical von Andrew Lloyd Webber im Theater am Marientor zu sehen.

„Jesus Christ Superstar ist unsere erste Eigenproduktion“, freut sich Wolfgang DeMarco, seit 2018 der künstlerische Direktor des TaM, und kündigt an: „Damit erwecken wir das Haus sozusagen aus seinem Dornröschenschlaf.“ Denn Jesus Christ Superstar soll nur der Anfang einer neuen Strategie des Duisburger Theaters sein, das in den letzten Jahren hauptsächlich für Veranstaltungen und Fremdproduktionen vermietet wurde. „Das Theater am Marientor ist ein Haus mit Premiumressourcen“, so DeMarco, „und die wollen wir jetzt mit den richtigen Produktionen auch wieder nutzen.“

Aufwendiges Bühnenbild und Star-Besetzung

Den Anfang macht also „Jesus Christ Superstar“, für das Andrew Lloyd Webber 1974 immerhin für einen Oscar nominiert wurde. In Duisburg wird das Stück mit den Original-Songtexten von Tim Rice, also in englischer Sprache, aufgeführt. Die bekannten Klassiker des Musicals, Songs wie „I don’t know how to love him“, „I only want to say“ und „Try it and see“, sollen außerdem in einem eigens für das TaM entworfenen Bühnenbild präsentiert werden - aufwendiges Lichtdesign, Video-Leinwand und überdimensionale Dornenkrone inklusive.

Auch das Ensemble kann sich sehen lassen. Alle Rollen sind mit großen Namen der deutschen Musical-Szene besetzt. Patrick Stanke, den Fans im Ruhrgebiet noch aus „Buddy Holly“ und „Tarzan“ kennen dürften, spielt Jesus. Die Rolle des Herodes verkörpert kein geringerer als Entertainer Ralph Morgenstern und Maria Magdalena wird von Dionne Wudu gespielt, die nicht nur Musical-Darstellerin ist, sondern auch TV-Moderatorin (Galileo). Musikalisch begleitet werden die Darsteller von einem 12-köpfigen Ensemble der Kölner Symphoniker.

Das Ruhrgebiet braucht einen neuen Musical-Standort

„Das sind exakt die Leute, die wir uns für unsere Produktion gewünscht haben“, erzählt Wolfgang DeMarco stolz. „Wir mussten gar kein Casting machen. Wir haben unsere Wunschkandidaten einfach angerufen und jeder Anruf war ein Treffer.“

Auch Darstellerin Dionne Wudu freut sich darauf, bald im Theater am Marientor auf der Bühne zu stehen. Die Rolle der Maria Magdalena hat sie schon in Dortmund und Bonn gespielt, sie hat also schon Routine in Sachen Jesus Christ Superstar. Aufgeregt ist sie trotzdem noch immer vor jeder Show. „Ich glaube, das ist auch wichtig. Das ist im Grunde der Motor, der mir Energie liefert.“

Dionne Wudu freut sich außerdem, dass die Region nun mit dem Theater am Marientor einen weiteren Standort für große Musical-Produktionen erhält. „Ich glaube, wir können hier im Ruhrgebiet einen neuen Ort für Musicals gut gebrauchen“, findet Wudu, die in Essen an der Folkwang-Schule Musical studiert hat und seit einigen Jahren wieder in der Stadt lebt.

Im November feiert „Wallace“ Weltpremiere in Duisburg

Auch Wolfgang De Marco ist überzeugt, dass das TaM gute Chancen hat, sich neben Standorten wie dem Musical-Dome in Köln oder dem Metronom-Theater in Oberhausen zu etablieren. Jesus Christ Superstar soll deshalb nur der Anfang aber lange noch nicht das Ende der neuen Duisburger Musical-Welt sein. „Für November planen wir schon die nächste große Produktion“, so De Marco.

Dann gibt es in Duisburg sogar eine Weltpremiere: das Musical „Wallace“. „Wallace erzählt die Geschichte des schottischen Freiheitskämpfers William Wallace, den die Welt aus dem Oscar prämierten Film Braveheart kennt, auf Basis der wahren Geschichte, gewaltfrei mit viel Liebe und einem gehörigem Schuss Humor“, schwärmt Wolfgang DeMarco. Mehr will er zum künftigen Programm des Theaters am Marientor vorerst noch nicht verraten, aber es klingt, als könnten Musical-Fans sich auch in den kommenden Jahren auf weitere große Produktionen des Hauses freuen. Und wer weiß, vielleicht ist ja irgendwann auch noch einmal „Les Miserables“ dabei...

>>>INFO: Weitere Musicals an Rhein und Ruhr

Oberhausen: Im Metronom Theater ist seit November 2018 das Musical „Bat Out Of Hell“ zu sehen. Eine Liebesgeschichte, erzählt anhand der Songs des gleichnamigen Albums von Meat Loaf.

Essen: Im Colosseum-Theater stehen in den kommenden Wochen verschiedene Produktionen auf der Bühne. Unter anderem „Beat It“, eine Show über den „King of Pop“, Michael Jackson und „Wahnsinn“, das Musical mit den Hits von Wolfgang Petry.

Duisburg und Köln: In Duisburg ist „Jesus Christ Superstar“ im Theater am Marientor vom 12. bis zum 22. April zu sehen. Auch im Musical Dome in Köln ist eine Inszenierung der Rockoper zu sehen, am 26., 27. und 28. April.

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