Achteinhalb Jahre Haft

Topsprinterin Madiea G. verzichtet auf Berufung gegen Urteil

Madiea G. vor dem Landgericht Kleve am Montag. Rechts: Ihr Verteidiger Normal Werner, links Dolmetscherin Svenja Bossmann.

Madiea G. vor dem Landgericht Kleve am Montag. Rechts: Ihr Verteidiger Normal Werner, links Dolmetscherin Svenja Bossmann.

Foto: dpa Picture-Alliance / "Piroschka van de Wouw" / picture alliance / ANP

Kleve/Oberhausen.  Am Montag hatte der Anwalt des Sport-Stars noch angekündigt, gegen das Urteil des Landgerichts Kleve vor den Bundesgerichtshof zu ziehen.

Madiea G. verzichtet auf Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Kleve. Das meldet das öffentlich-rechtliche niederländische Fernsehen NOS. Die zweite Strafkammer des Landgerichts Kleve hatte die 27-Jährige Top-Sprinterin am Montag wegen Drogenschmuggels zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt.

Direkt nach der Verkündung hatte ihr Anwalt Norman Werner aus Oberhausen noch angekündigt, gegen das Urteil vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe in Berufung zu gehen. Das Landgericht Kleve war bei der Bemessung des Strafmaßes noch über die vom Staatsanwalt geforderte Strafe von siebeneinhalb Jahren hinausgegangen.

Auch die niederländische Doping-Behörde ermittelt jetzt

Warum Madiea G. auf Rechtsmittel verzichtet, ist nicht klar. Vor Gericht hatte sie durch ihren Anwalt erklären lassen, sie sei davon ausgegangen, dass sie Doping-Präparate schmuggeln würde, als sie im Juni mit mehr als 50 Kilo Drogen auf der A3 bei Emmerich-Elten gestoppt wurde. Das Gericht hielt diese Darstellung für unglaubwürdig. Allerdings prüft nun auch die niederländische Doping-Behörde, ob und inwiefern Madiea G. zu sanktionieren ist.

Doping oder nicht: Dass die Olympionikin von Rio 2016 je auf die Laufbahn zurückkehren kann, ist jedoch höchst unwahrscheinlich. Erst, nachdem sie zumindest die Hälfte der Strafe in Deutschland verbüßt hat, kann sie an die niederländischen Strafvollzugsbehörden überstellt werden, so ihr Anwalt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben