Niederlande

Tornado in Zeeland: Betroffene in Zierikzee unter Schock

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Der Tornado hinterließ am Montag eine Spur der Verwüstung im niederländischen Zeeland.

Der Tornado hinterließ am Montag eine Spur der Verwüstung im niederländischen Zeeland.

Foto: JEFFREY GROENEWEG / AFP

Zierikzee.  Ein Tornado hat im Südwesten der Niederlande einer Touristin das Leben gekostet. Die Aufräumarbeiten laufen, Menschen in Zierikzee unter Schock.

Nach dem Tornado in der niederländischen Region Zeeland wird aufgeräumt – doch die kleine Stadt Zierikzee steht noch immer unter Schock, wie ein Sprecher der Gemeinde auf Anfrage erzählte. Der Tornado sei am Montag „völlig unerwartet“ entstanden und kostete eine 73-jährige Touristin aus den Niederlanden das Leben. Sie war den Angaben zufolge im Hafengebiet der Stadt von einem Dachziegel am Kopf getroffen worden.

Zudem wurden neun Menschen im Nachbarland von NRW verletzt. Deutsche Touristinnen und Touristen seien nicht unter den Sturmopfern, so der Gemeindesprecher. In dem Küstenort sind gewöhnlich viele Zeelandtouristinnen und -touristen aus den Niederlanden und dem Ausland für Tagesausflüge unterwegs.

Seit drei Tagen ist die kleine Stadt nun wegen des Tornados in den Medien, auch im Ausland. So ging ein Video einer Grundschullehrerin aus Zierikzee im Internet viral, die aus Versehen den Tornado im Hintergrund eines Spielplatzes filmte. In der kurzen Sequenz ist die sich auftürmende Windhose hinter einem Backsteingebäude zu erkennen.

Zierikzee: Gaffer behindern Arbeit der Rettungskräfte

Gerade in Deutschland, von wo aus zahlreiche Menschen sich jeden Sommer auf in die benachbarten Orte wie Renesse machen, schlug die Nachricht vom Unwetter ein. Aus der unmittelbaren Umgebung kamen am ersten Tag zahlreiche Menschen in die zeeländische Stadt, um sich den Schaden anzuschauen, berichtet die Gemeinde, sehr zum Ärger von Bürgermeister Jack van der Hoek.

Er rief in einer Videoansprache dazu auf, das zu unterlassen, damit Aufräumarbeiten nicht behindert würden. Auch die Rettungskräfte riefen dazu auf, sich von dem betroffenen Gebiet fernzuhalten, damit die Einsätze von Polizei und Feuerwehr reibungslos ablaufen könnten. Außerdem drohte Gefahr durch herabstürzende Dachziegel und Äste.

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Das Unwetter hat schwere Schäden an Gebäuden angerichtet, deren Beseitigung noch dauern wird. „Es geht um rund 400 Wohnungen“, so der Gemeindesprecher. „Zwei von ihnen sind inzwischen unbewohnbar. Es muss neuer Wohnraum gesucht werden.“ Der Wirbelsturm hatte nicht nur Bäume entwurzelt, sondern auch die Dächer mehrerer Häuser abgedeckt.

Bei einem Haus stürzte den Angaben zufolge die Front ein. Es wurden auch ein Kirchendach abgedeckt und Trampoline durch die Luft gewirbelt. Einige Spuren der Verwüstung sind inzwischen verschwunden, doch von Normalität kann noch nicht die Rede sein. „Es ist etwas Ruhe eingekehrt“, sagte der Gemeindesprecher. Doch viele Menschen hätten das Unwetter miterlebt. Sie müssen die Erlebnisse noch verarbeiten.

Bürgermeister Jack van der Hoek versprach den Opfern in einer öffentlichen Stellungnahme Hilfe. „Ich kann mir vorstellen, dass die Gefühle bei vielen erst später zu Tage kommen“, teilte er mit und bedankte sich bei allen, die nach dem Unwetter geholfen hatten. Die Niederlande erleben im Schnitt mehrere Tornados pro Jahr. Der jüngste vorherige Wirbelsturm mit tödlichen Folgen liegt aber bereits Jahrzehnte zurück. Er ereignete sich im Jahr 1992. (red./dpa/AFP)

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