Wahlkampf

TV-Vierkampf: Das sagt die NRW-Basis von FDP, AfD und Linke

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Die Kontrahenten Janine Wissler (Die Linke), Christian Lindner (FDP), Alexander Dobrindt (CSU) und Alice Weidel (AfD) in der Diskussion.

Die Kontrahenten Janine Wissler (Die Linke), Christian Lindner (FDP), Alexander Dobrindt (CSU) und Alice Weidel (AfD) in der Diskussion.

Foto: Annette Riedl / dpa

An Rhein und Ruhr.  Beim TV-Vierkampf diskutierten FDP, Linke und CSU auch über mögliche Koalitionen. Die AfD fühlt sich von den anderen Parteien ausgegrenzt.

Nach dem TV-Triell letzten Sonntag zwischen den Kanzlerkandidaten konnten nun auch die kleineren Parteien FDP, AfD, Die Linke und CSU ihre Standpunkte per „Vierkampf“ darlegen. Die NRZ hörte sich dazu an der Basis der jeweiligen Parteien um. Mit Ausnahme der CSU, die ja nur in Bayern antritt.

Tanja Hinz, Beisitzerin im FDP-Kreisverband Kleve-Geldern und Vizechefin der FDP Rees, hat einen souveränen TV-Auftritt Christian Lindners im TV-Vierkampf gesehen: „Ich glaube, dass es sehr deutlich geworden ist, dass es uns bei vor allem um Themen und Inhalte geht.“ Der Zuschauer habe die Unterschiede zu den anderen Parteien erkennen können.

Einen besonderen Fokus sieht Hinz beim Thema Steuern: „Eine Steuererhöhung ist ein falsches Signal, wir müssen eher Anreize schaffen, sonst kommen wir nicht aus der Krise.“ Dies sei auch der Knackpunkt in möglichen Koalitionsgesprächen: „Die Durchsetzung einer Steuererhöhung, wie sie etwa SPD und Linke fordern, ist meiner Einschätzung nach nicht verhandelbar.“

FDP sieht Schwierigkeiten in Koalition mit Rot-Grün

So sieht das Oliver Alefs, Vize- Kreisvorsitzender der FDP Duisburg, der seine Partei nicht als Steigbügelhalter sehen will: „Die Programme sind so kontrovers, da wird es schwierig mit Rot-Grün“, meint Alefs. Die Wunschkoalition mit der CDU sei wahrscheinlich nicht möglich, dennoch dürften mögliche Koalitionsgespräche nicht laufen wie 2017, sagt er.

Gerald Schädlich von der FDP Dinslaken nahm den Vierkampf als deutlich erfrischender wahr als das Triell und sah sich durch Christian Lindner gut vertreten. Schädlich nannte die Wahl eine „Wundertüte“. Er glaube aber, dass die CDU am Ende im Ergebnis besser da stehen werde als derzeit in den Umfragen.

Die Linken sind für Koalition mit SPD und Grünen offen

Der Duisburger Linke Markus Menzel lobte den Auftritt seiner Parteivorsitzenden Janine Wissler als „gewohnt gut“. Von FDP und CSU seien nur die gleichen Parolen gekommen. In einer Regierungsverantwortung wolle etwas in diesem Land verändern. Unter dem Vorbehalt, dass die Spitzenleute von SPD und Grünen überhaupt eine Koalition eingehen möchten und nicht zu jedem Preis. Er wisse jedoch auch, dass seine Partei in dieser Frage gespalten sei.

Kea Detmers, Sprecherin der Linken in Düsseldorf, meint, dass die Linke bei einer möglichen Regierungsbildung nicht zu große Abstriche machen sollte. Zum von der SPD geforderten Bekenntnis zur Nato sagt Detmers, dass das Thema eine lange Tradition in der Linken habe. Dass aber immer nur von der Linken Zugeständnisse gefordert würden und nicht etwa von der SPD und Grünen, stört sie.

Sascha Wagner, Direktkandidat der Linken aus Dinslaken, vermutet hinter der Nato-Debatte politisches Kalkül: „Ich glaube, SPD und Grüne suchen gezielt nach Ausschlusskriterien.“ Die beiden Parteien hätten Angst davor, sich zu einer linksgerichteten Regierung durchzuringen, so Wagner. „Das ist eine Diskussion, die wir selbst nicht angestoßen haben.“ In Sachen Klimapolitik brauche es eine „radikale Verkehrswende“. Dabei dürfe die soziale Komponente aber nicht außer Acht gelassen werden. „Die Bürger müssen sich die Lebenseinschnitte auch leisten können.“

AfD fühlt sich ausgegrenzt

Die AfD-Basis steht hinter ihrer Spitzenkandidatin. Alice Weidel sei „sehr resolut und konsequent aufgetreten“, kommentierte der Essener AfD-Kreissprecher Günter Weiß. „Obwohl ihr die kürzeste Redezeit zugestanden wurde“, sagte Gerd Plorin, Direktkandidat im Kreis Kleve. Entgegen der Mehrheitsmeinung habe die AfD-Politikerin „unangenehme Notwendigkeiten“ vertreten - darunter der Verzicht auf einen Mindestlohn, die Erhöhung der Rentenbeiträge, EU-Austritt sowie der Ausstieg aus der Energie- und Verkehrswende, so Plorin.

Dass die AfD als einzige Partei von allen Mitbewerbern als potenzieller Koalitionspartner ausgeschlossen wird, sei „überheblich und arrogant“, sagte Weiß. AfD-Kandidat Sascha Lensing aus Duisburg warf den anderen Parteien vor, an einem „zutiefst undemokratischen Ausgrenzungskurs“ festzuhalten.“

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