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Und noch ein vergessener Briefkasten in Kamp-Lintfort

Nicht geleert: Briefkasten an der Mittelstraße.

Foto: km

Nicht geleert: Briefkasten an der Mittelstraße. Foto: km

Kamp-Lintfort/Rheurdt.   Die Anwohner sind verwundert, der Abholer ist krank. In Rheurdt wird die Post fast zwei Wochen nicht zugestellt – bis die NRZ anruft.

Es läuft nicht rund bei der Post momentan. Nachdem die NRZ Anfang der Woche von einem übervollen Briefkasten an der Röntgenstraße berichtet hatte, meldete sich nun Bärbel Jeschner-Westermann: Der Briefkasten an der Mittelstraße laufe auch bald über. Tatsächlich: Es wäre ein Leichtes gewesen, etliche Briefe wieder rauszufischen.

Achim Gahr, Leiter der Post-Pressestelle in Düsseldorf erklärte, auch dieses sei ein Kasten, der durch die Zusteller geleert werden müsse. Das sei am Dienstag letztmalig passiert, danach sei die Zustellerin erkrankt gewesen. Die Vertretung habe wohl vom Briefkasten nichts gewusst. Er versicherte, dass der Kasten noch am Freitag geleert werde. Eine solche Häufung solcher Pannen an einem Ort habe er in seinen 25 Jahren bei der Post noch nicht erlebt: „Wir können uns nur entschuldigen.“ Gleichwohl sei aktuell das Brief- und Paketaufkommen erstaunlich groß.

Beschwerden über die Zustellung aus Rheurdt

Die Beschwerden über die Zustellung durch die Post nehmen auch andernorts kein Ende. Jetzt meldete sich Sabine M. aus Rheurdt in der Redaktion. Seit dem 30. Oktober habe sie keine Post mehr zu ihrer Wohnung am Henningsweg bekommen, berichtete sie. Dasselbe gelte für die Nachbarn. Die Zustellung sei schon seit einer ganzen Weile unregelmäßiger und verspätet, erklärt Sabine M. und fragt: „Und jetzt kommt sie gar nicht mehr?“

Doch. Nachdem sich die NRZ beim Unternehmen erkundigt hatte, brachte am Freitag ein Bote zumindest einen Teil der Post zu Sabine M. und teilte mit, dass der Rest am Samstag komme – vielleicht. Die TV-Zeitschrift „Hör zu“ vom vergangenen Freitag beispielsweise sei nicht dabei gewesen.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Post-Sprecherin Britta Töllner drückte gegenüber der Redaktion ihr Bedauern über den Vorgang aus. Weil der Stammzusteller des Bezirks nicht da sei, hätten Vertretungskräfte übernommen. Nach jeweils zehn Stunden Arbeit brachen sie die Zustellung ab, was durchaus ihr gutes Recht sei. Allerdings müssen die Boten am nächsten Tag dort die Arbeit fortsetzen, wo sie aufgehört haben.

Das Problem erklärt Britta Töllner so: „Die Vertretungen haben täglich gewechselt, und sie haben sich nicht abgesprochen, sondern sind immer wieder am Anfang des Bezirks gestartet.“ Folge: Sabine M. und ihre Nachbarn, die am Ende des Zustellbezirks wohnen, hat keiner von ihnen erreicht. Die Feiertage und eine Betriebsversammlung hätten das Problem noch verschärft, so Töllner. Und offenbar ist auch niemandem aufgefallen, dass sich die Briefe und Zeitschriften für den Henningsweg stapelten.

„So etwas darf nicht passieren“, erklärte Britta Töllner gegenüber der NRZ. „Wir entschuldigen uns dafür, dass es trotzdem passiert ist.“

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