Totschlag in der Klinik?

Verbrechen durch Pfleger und Ärzte: Nur Transparenz hilft

NRZ Redakteur Stephan Hermsen kommentiert die Vorkommnisse am Essener Uni-Klinikum.

NRZ Redakteur Stephan Hermsen kommentiert die Vorkommnisse am Essener Uni-Klinikum.

Foto: Kai Kitschnberg / NRZ

Ein 44-jähriger Arzt des Uni-Klinikums Essen sitzt in U-Haft: Er steht unter Verdacht, zwei Patienten getötet zu haben. Leider kein Einzelfall.

Verbrechen in Krankenhäusern jagen unseren Puls besonders in die Höhe. Egal, ob jemand die Geldbörse aus dem Nachttisch klaut oder – wie es in dem aktuellen Fall in Essen scheint – sich ein Mediziner zum Herrn über Leben und Tod aufspielt . Denn wir alle können uns hineinfühlen wie es ist, ausgeliefert zu sein, hilflos als Patient dazuliegen und darauf bauen zu müssen, dass die Pflegekräfte und Mediziner alles tun, um die ihnen anvertrauten Menschen zu pflegen und – wenn möglich – zu heilen.

Kritik und Kontrolle darf nicht als Kränkung erlebt werden

Genau das tun sie auch. Aber wie überall gilt auch hier: Macht wird von einigen wenigen Menschen missbraucht. Auch die Macht über wehrlose Patienten. Deswegen muss in Kliniken, Pflegeheimen und bei der privaten Pflege gelten: Transparenz und Kontrolle sind wichtig.

Wirksam können sie nur sein, wo Kritik und Kontrolle nicht als Kränkung geäußert und erlebt wird. Kurz: Wo die strukturellen und personellen Rahmenbedingungen stimmen. Dafür haben wir unsere Ärzte und Pflegekräfte in der Corona-Krise beklatscht, dafür wünschen wir ihnen gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen – und eine offene Fehlerkultur.

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