Corona-Verordnung

Verwaltungsgericht urteilt: Tantra-Massagen bleiben verboten

Tantramassagen sind sexuelle Dienstleistungen und damit weiter verboten, so das Verwaltungsgericht Düsseldorf. 

Tantramassagen sind sexuelle Dienstleistungen und damit weiter verboten, so das Verwaltungsgericht Düsseldorf. 

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Eine Düsseldorferin sah ihr Recht auf freie Berufsausübung eingeschränkt. Doch die Richter meinen: Tantra-Massagen sind sexuelle Dienste.

Tantra-Massagen bleiben in NRW vorerst verboten. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden. Eine Düsseldorferin hatte per Eilantrag gefordert, ihre Arbeit wieder aufnehmen zu dürfen und in ihrem Betrieb wieder Tantra-Massagen anbieten wollen. Für zwei Essener hatte kürzlich das Amtsgericht Gelsenkirchen ein Urteil mit völlig anderem Tenor gefällt.

Doch die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf kam zu der Auffassung: Tantra-Massagen sind "sexuelle Dienstleistungen, die gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 2 CoronaSchVO" untersagt sind. Das steht nach Auffassung der Richter nicht im Widerspruch dazu, dass die Coronaschutzverordnung (Az.: 7 L 1186/20) therapeutische Massagen wieder erlaubt - genau darauf hatte sich das Amtsgericht Gelsenkirchen bezogen und war bei zwei Essener Betrieben davon ausgegangen, dass es sich eben nicht um "bordellähnliche" Etablissements handle.

Einhaltung der Coronahygiene sei bei Tantra "lebensfremd"

Das sahen jetzt die Düsseldorfer Richter anders: Anders als bei den nach Corona-Schutzverordnung erlaubten medizinischen Massagen ließen sich bei Tantra-Massagen die notwendigen Hygiene- und Infektionsschutzstandards nicht einhalten, auch wenn die Antragstellerin dies behauptet hatte. Die Richter urteilten: Es sei lebensfremd anzunehmen, dass die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung während der Erbringung einer sexuellen Dienstleistung umgesetzt werde. Unrealistisch sei auch die Umsetzung der Pflicht zur Erhebung der Kundenkontaktdaten.

Zudem bezweifelten sie, dass die Betriebsräume ausreichend belüftet würden. Denn, so ihre Feststellung: die Fenster der Massageräume seien blickdicht verklebt und zur Vermeidung von Geräuschen während der Massage geschlossen. Daher müsse das grundgesetzliche Recht der Berufsfreiheit gegenüber der Coronaschutzverordnung zurücktreten. Der Klägerin bleibt jetzt noch der Versuch, Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster zu erheben - und die Hoffnung, dass die Pandemie abklingt.

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