Vogelgrippe

Vogelgrippe: So können (Hobby)-Halter ihre Tiere schützen

Wildgänse am Niederrhein. Die Tiere überwintern hier zu tausenden. (Symbolbild)

Wildgänse am Niederrhein. Die Tiere überwintern hier zu tausenden. (Symbolbild)

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Am Niederrhein.  Die Geflügelpest ist in Nordrhein-Westfalen angekommen. Auch Hausgeflügel ist stark gefährdet. Halter müssen jetzt besondere Maßnahmen treffen.

Die Vogelgrippe hat den Niederrhein erreicht. Bei einer an einem Deich in Emmerich verendeten Wildgans entdeckten Wissenschaftler vom Friedrich-Löffler-Institut das hochansteckende H5N8-Virus. Das Risiko einer weiteren Ausbreitung schätzen die Experten als hoch ein.

Es besteht die große Gefahr, dass die Krankheit auch auf Nutzgeflügel und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen überspringt. Auch private Hobbyhalter, die etwa Hühner oder Gänse in ihrem Garten halten, müssen sich wappnen.

Geflügelpest: Hygienemaßnahmen besonders wichtig

„Hausgeflügelhalter müssen jetzt noch wachsamer sein“, mahnt Staatssekretär Heinrich Bottermann (CDU) eindringlich. Zum Schutz des gehaltenen Geflügels vor einem Viruseintrag aus der Natur ist es wichtig, die „Biosicherheit in den Geflügelhaltungen betriebsspezifisch zu überprüfen und einzuhalten“ , heißt es etwa von Seiten des Kreises Wesel. Hierzu sind alle Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet.

Im Vordergrund steht dabei die Hygiene. „Jeder direkte oder indirekte Kontakt zu Wildvögeln und deren Ausscheidungen muss soweit wie möglich vermieden werden“, betont der Kreis. Das gelte auch für Klein- und Hobbyhaltungen. Es sollten etwa im Außenbereich keine Tränken aufgestellt werden, die auch von Wildvögeln angeflogen werden können. Ebenso dürfen Wildvögel keinen Zugang haben zum Futter, zur Einstreu oder zu weiteren Gegenständen, die mit dem Geflügel in Berührung kommen.

Vogelgrippe in NRW: Stallpflicht für Geflügel?

Sollte sich das Geschehen ausweiten, muss mit einer „Aufstallungsanordnung“ in Risikogebieten gerechnet werden. Weil der Fundort der toten Wildgans in Emmerich aber derart abgelegen ist, verzichtete die Veterinärabteilung des zuständigen Kreises Kleve auf das Einrichten von Schutzzonen. Der Kreis fordert aber Geflügelhalter vorsorglich schon mal auf, sich auf eine mögliche Stallpflicht vorzubereiten . Eine Risikoeinschätzung sowie täglich aktualisierte Informationen zur Lage und Entwicklung gibt es auf der Internet-Seite des Friedrich Loeffler Institutes .

Für Menschen ist das H5N8-Virus den Angaben zufolge „in der Regel ungefährlich“. Gänzlich ausgeschlossen ist eine Ansteckung jedoch nicht. Verendete Wildvögel sollten den örtlichen Behörden gemeldet und nicht berührt werden, heißt es beim Umweltministerium.

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