Bier

Von „Ale“ über „Hefe“ bis „Zapfen“ – Das große Bier-ABC

Bier ist vielseitig. Wie vielseitig, zeigt unser großes Bier-ABC.

Bier ist vielseitig. Wie vielseitig, zeigt unser großes Bier-ABC.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

An Rhein und Ruhr.  Wie vielseitig das Thema Bier sein kann, zeigt unser Bier-ABC. Hier gibt’s alle Infos, um beim nächsten Kneipenabend mit Wissen zu prahlen.

Es ist nach wie vor das meistgetrunkene alkoholische Getränk der Deutschen: Das Bier. Ob hell oder dunkel, ob unter- oder obergärig: Bier gibt es in zahlreichen Variationen.

Doch was wissen Sie eigentlich über das Getränk? Was ist eigentlich „Ale“? Was versteht man unter Filtration? Und was hat es mit Xanthohumol auf sich? Für alle, die beim nächsten Kneipenabend mit Wissen glänzen möchten, kommt hier unser großes „Was sie schon immer über Bier wissen wollten“ – unser Bier-ABC.

Ale: Das Ale ist ein obergäriges Bier. Das bedeutet: Alle Biere, die obergärig vergoren werden, dürfen als Ale bezeichnet werden. Aber Vorsicht: In Deutschland wird der Begriff Ale oft mit Bier gleichgesetzt. Das ist falsch.

Bockbier: Bockbier gehört zu den Starkbieren und wird deshalb mit einem höheren Stammwürzegehalt gebraut. Der Alkoholgehalt kann 6,5 Prozent und höher liegen. Prost!

Craft: Hat nichts mit „Kraft“ zu tun. Craft Beer ist viel mehr handwerklich hergestelltes Bier und steht so im Gegensatz zu industriell gefertigtem Bier großer Brauereikonzerne.

Dolden: Die Hopfendolden entstehen, nachdem der Hopfen geblüht hat. Die Blüten entwickeln sich dabei langsam zu Hopfendolden, die zwei bis drei Wochen nach der Blüte gepflückt werden könnenn.

Export: Ein untergäriges Vollbier mit einem großen Vorteil: Durch die Brauweise ist es viel länger haltbar. Export kann sowohl hell als auch dunkel sein.

Filtration: Ein wichtiger Teil des Brauprozesses. Nach der Lagerungszeit läuft das Bier durch einen speziellen Filter. Unerwünschte Trübteilchen verschwinden im Handumdrehen.

Gärung: Ist der Prozess der Hefevermehrung unter Verbrauch von Malzzucker. Als Nebenprodukt entsteht etwas nicht unerhebliches: Der Alkohol.

Hefe: Ist nicht nur zum Backen gut. Die Hefe vergärt den in der Bierwürze enthaltenen Zucker zu Alkohol.

Indian Pale Ale: Bezeichnet manche helle Ale-Varianten. Der Name geht auf die britische Kolonialzeit in Indien zurück.

Jahrgangsbier: Eine besondere Art Bier, die nur in einem bestimmten Jahrgang gebraut wird.

Kölsch: Hinweis: Auf gar keinen Fall in Düsseldorf bestellen. Könnte sanktioniert werden. Dagegen kann das helle Bier in Köln problemlos verzehrt werden. Übrigens: Welches Bier sich „Kölsch“ nennen darf, regelt die Kölsch-Konvention von 1985.

Lager: Früher bezeichnete der Begriff alle Bier, die lange Zeit im Keller gelagert wurden. Heute werden allgemein alle untergärigen Biere mit „Lager“ beschrieben.

Malz: Das Getreide, das Bierbrauer verwenden, wird zunächst zum Keimen gebracht und getrocknet. Das Erzeugnis wird als Malz bezeichnet.

Nährwert: In Deutschland sind seit 25 Jahren sämtliche Biere mit einem Zutatenverzeichnis versehen. Der Dachverband der europäischen Brauer, die „Brewers of Europe“, haben der EU-Kommission jüngst eine umfassende Selbstverpflichtung zur Kennzeichnung von Bieren und Biermischgetränken vorgelegt. Bis 2022 sollen europaweit alle Dosen- und Flaschenbiere mit Zutaten- und Kalorienangaben versehen sein. Übrigens: 100 ml Bier haben 42 Kalorien.

Obergärig: Die meisten in der Natur vorkommenden Hefen sind obergärig. Das heißt: Sie wandeln bei moderaten bis warmen Temperaturen Zucker in Alkohol um. Kleine Eselsbrücke: Obergärig gleich hohe Temperaturen. Hoch meint im übrigen 15 bis 20 Grad.

Pilsener: Deutschlands beliebtester Biertyp. Markenzeichen sind die goldene Farbe und der kräftige Hopfengeschmack.

Qualität: Eine gute Qualität ist auch beim Bier gefragt. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) testet regelmäßig Biere. Wie ist der Bittereindruck? Wie das Hopfenaroma? Ist das Bier vollmundig? Fruchtig? Malzig?

Reinheitsgebot: Das Deutsche Reinheitsgebot gilt schon seit 1516. Es verlangt, dass beim Bierbrauen nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden darf. Übrigens: Es ist die älteste Lebensmittelvorschrift der Welt.

Starkbier: Ein Oberbegriff für Biere, deren Stammwürzegehalt bei über 16 Grad Plato liegt.

Tasting: Man könnte auch „Verkostung“ sagen – fängt aber leider nicht mit „T“ an. Im Mittelpunkt steht hier die geschmackliche Beurteilung verschiedener Biere.

Untergärig: Im Gegensatz zur obergärigen Hefe mag die untergärige die Kälte. Spitzentemperaturen sind hier vier bis neun Grad.

Vollbier: Ein volles Bierglas ist immer gut. Aber das macht es noch nicht zum Vollbier. Jeder Biertyp, der einen Stammwürzegehalt zwischen elf und 16 Grad Plato hat, ist ein Vollbier. Darum sind rund 95 Prozent aller deutschen Biere Vollbiere.

Weizenbier: Biere, die mit einem hohen Anteil Weizenmalz hergestellt werden. Alternativ auch Weißbier genannt, besonders bei den Bierfreunden in Bayern.

Xanthohumol: Ja, auch mit dem Anfangsbuchstaben „X“ gibt es ein Wort. Xanthohumol ist ein Stoff der in Hopfen vorkommt und als äußerst gesundheitsfördernd gilt.

Yoga: Bier-Yoga gibt es tatsächlich. Ursprünglich aus Amerika, ist dieser Trend mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Die Kombination aus Yoga und Bierkonsum sollte nicht bierernst genommen werden. Dennoch sorgen beide für wohltuende Entspannung. Aus einem yogatypischen „Oooom“ wird dann schon mal ein „Proooooost“.

Zapfen: „Ein Bier zu zapfen dauert sieben Minuten“, heißt es. Stimmt nicht. Drei Minuten reichen völlig aus. Zapfen ist simpel: Das Bierglas leicht schräg halten und den Zapfhahn ganz öffnen. Das Glas ungefähr zur Hälfte füllen. Nach einer Minute nachzapfen, nach einer weiteren den Zapfhahn mehrfach öffnen und schließen. Das garantiert eine perfekte Schaumkrone. Fertig ist das Bier – Prost!

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